Panorama

Größer als bisher bekannt Ölpest im Schwarzen Meer

Die durch gekenterte Tankschiffe verursachte Ölkatastrophe im Nordosten des Schwarzen Meeres breitet sich unvermindert aus. Nach Angaben der russischen Zivilschutzbehörde sind bis Freitag insgesamt etwa 10.000 Tonnen Heizöl in der ökologisch empfindlichen Straße von Kertsch ausgelaufen. Das ist fünfmal mehr als Anfang der Woche bekanntgegeben.

Der ebenfalls betroffene Schwarzmeer-Staat Ukraine bat die Europäische Union um Unterstützung. Nach russischen Angaben entstand in den Fischbeständen an der Meerenge zum Asowschen Meer ein Schaden von 304 Milliarden Rubel (8,5 Milliarden Euro). Die zuständige Behörde untersagte bis auf weiteres den Fischfang und die Fischverarbeitung in der betroffenen Region.

"Diese ökologische Katastrophe hat ein für die Ukraine bislang nicht gekanntes Ausmaß", schrieb der Leiter der Präsidialverwaltung in Kiew, Viktor Baloga, in einem Brief an die Europäische Kommission in Brüssel. Die Ölpest bedrohe die Tier- und Pflanzenwelt nicht nur im Schwarzen, sondern auch im Asowschen Meer. Die Ukraine sei nun auf technische und finanzielle Hilfe angewiesen.

Der russische Wetterdienst hatte am Vortag mitgeteilt, wegen der stürmischen See drohe eine Ausbreitung des Öls in das benachbarte Asowsche Meer. Zehntausende Vögel und Fische verendeten in dem öligen Schlamm. Am Sonntag waren bei einem schweren Sturm 20 Schiffe verunglückt. Neben dem Heizöl gerieten auch tausende Tonnen Schwefel ins Meer. Hunderte Einsatzkräfte trugen weiterhin das an den Strand geschwemmte Öl ab. Die russischen Behörden gaben die Hoffnung auf, noch Überlebende zu finden. Noch immer sind mehr als 15 Seeleute vermisst. In der Nähe des Hafens Kawkas an der Straße von Kertsch wurde am Freitag ein weiterer ertrunkener Seemann entdeckt.

Quelle: ntv.de

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