Panorama

Zorn und Hoffnungslosigkeit Ölpest ist "katastrophal"

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Mitarbeiter der Küstenwache des US-Bundesstaats Louisiana machen sich ein Bild.

(Foto: REUTERS)

Die Lage am Golf von Mexiko wird mit jedem Tag hoffnungsloser - die "schwarze Pest" aus der explodierten Plattform breitet sich immer weiter aus. Selbst BP räumt ein, dass die Lage "katastrophal" ist. Im Streit um den Einsatz der Chemikalie Corexit bleibt der Konzern jedoch stur.

Mehr als einen Monat nach dem Versinken der Bohrinsel "Deepwater Horizon" breiten sich am Golf von Mexiko Zorn und Hoffnungslosigkeit aus. Zum Wochenbeginn rechnen Experten mit der massiven Verseuchung eines Küstengebiets westlich des Mississippi. BP-Geschäftsführer Bob Dudley räumte ein, dass die Ölpest "katastrophal" sei. Es wird befürchtet, dass in den nächsten Tagen immer mehr Öl an vorgelagerten Inseln vorbei in die zahlreichen kleinen Buchten und ins Marschland des US-Staates Louisiana dringt.

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Die Tiere leiden unter der klebrigen Masse - viele verenden.

(Foto: REUTERS)

US-Präsident Barack Obama schickt am Montag erneut seine Heimatschutzministerin Janet Napolitano und Innenminister Ken Salazar an den Golf: Sie sollen sicherstellen, dass alles Mögliche getan wird, um die Lage in den Griff zu bekommen.

"Top Kill" verschoben

Ein Versuch, den anhaltenden Ölstrom ins Wasser zu stoppen, soll nach Dudleys Worten jetzt am Dienstagabend oder am frühen Mittwochmorgen (Ortszeit) beginnen. Dabei soll das Bohrloch durch den Beschuss mit einer schweren Schlamm-Masse geschlossen werden. Ursprünglich wollte BP das Manöver bereits am Sonntag starten, aber nach Angaben des Unternehmens dauern die Vorbereitungen länger als gedacht, weil die Aktion so kompliziert ist.

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Auch für das Marschland an der Küste von Louisiana sind die Folgen katastrophal.

(Foto: AP)

Klappt sie nicht, will das Unternehmen die sprudelnde Ölquelle zum Verstopfen mit Golfbällen und Gummiteilen bombardieren. Danach gebe es noch andere Möglichkeiten, sagte Dudley dem Sender CNN. "Wir werden es immer weiter versuchen, wir werden nicht bis August warten."

Im August sollen die Bohrarbeiten an zwei Nebenzugängen zum Hauptbohrloch abgeschlossen sein. Dadurch würde BP dann eine schwere Flüssigkeit und Zement einleiten, um die Quelle für immer zu versiegeln.

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Helfer versuchen, einen Strand im Naturschutzgebiet vom angeschwemmten Öl zu säubern.

(Foto: dpa)

Am Wochenende waren Roboter am Meeresgrund in 1500 Meter Tiefe dabei, Ausrüstung für das als "Top Kill" bezeichnete Schlamm- Bombardement in Position zu bringen. Beginnt es schließlich, wird es nach Medienberichten mindestens eine Woche dauern, bis man weiß, ob die geplante Methode das Loch tatsächlich verschließt. In die Operation sind drei große Schiffe und 16 Unterwasser-Roboter eingebunden.

Rote Karte für Chemiekeule

Das Öl sprudelt hauptsächlich aus einem Steigrohr, das beim Versinken der Bohrinsel "Deepwater Horizon" am 22. April abgerissen wurde. Zwar saugt BP seit einer guten Woche einen Teil direkt aus der Leitung ab, aber trotzdem tritt das Rohöl tonnenweise weiter ins Wasser aus. Wie viel genau, ist nach wie vor unklar.

Im Kampf gegen die Ölpest hat BP in den vergangenen Tagen auch die Chemikalie Corexit 9500 unter Wasser in der Nähe der Lecks eingesetzt, um das austretende Öl zu zersetzen. Die US-Umweltbehörde EPA wies das Unternehmen aber an, spätestens ab Montag auf ein anderes, weniger giftiges Mittel umzusteigen. BP beharrt indessen auf der weiteren Verwendung von Corexit - es verursache weniger Langzeit- Umweltschäden als andere Mittel und sei zudem wirkungsvoller, zitierte der Sender CNN aus einer BP-Mitteilung an die EPA. Die Behörde prüfe jetzt die Stichhaltigkeit des Arguments und werde dann endgültig entscheiden.

Quelle: ntv.de, dpa

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