Panorama

Lebenserwartung gesunken Österreich meldet Übersterblichkeit in 2020

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Österreich verzeichnet im vergangenen Jahr einen deutlichen Anstieg der Todesfälle.

(Foto: imago images/BE&W)

Im vergangenen Jahr sterben in Österreich fast elf Prozent mehr Menschen als in den vorherigen fünf Jahren. Der Anstieg fällt selbst dann noch deutlich aus, wenn man ihn mit Jahren vergleicht, in denen es starke Grippewellen gab. Statistikern zufolge sinkt zudem die Lebenserwartung.

In Österreich sind im Corona-Jahr 2020 deutlich mehr Menschen gestorben als in den Vorjahren. Nach vorläufigen Berechnungen der Statistikbehörde Statistik Austria gab es rund 90.000 Todesfälle - ein Anstieg von knapp elf Prozent im Vergleich zu den Durchschnittswerten der vorigen fünf Jahre. Die sogenannte Übersterblichkeit sei deutlich ausgeprägter als in Jahren mit starken Grippewellen. Ein besonders starkes Plus - aufgrund einer Grippewelle im Winter und zugleich eines heißen Sommers - sei 2015 mit 6,3 Prozent verzeichnet worden.

Gemessen an den durchschnittlichen Sterbefällen der Jahre 2015 bis 2019 gab es im vergangenen Jahr vor allem ab Ende Oktober eine deutliche "Übersterblichkeit": Zeitweise starben den Angaben zufolge um bis zu 60 Prozent mehr Menschen.

Zugleich sank die Lebenserwartung gegenüber 2019 um ein halbes Jahr: Für Männer liegt sie nun bei 78,9 und für Frauen bei 83,7 Jahren. "Mit einer starken Verbreitung der Impfungen und nach Bewältigung der Pandemie ist anzunehmen, dass die Lebenserwartung mittelfristig wieder auf den Wachstumstrend einschwenken wird. Ähnliches zeigen die Erfahrungen aus stärkeren Grippejahren", sagte Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas. Zugleich warnte er: "Offen sind allerdings noch die möglichen Langfristfolgen überstandener Corona-Erkrankungen."

Quelle: ntv.de, hul/dpa/AFP