Panorama

Zwei Schläge und zwei Maß "Ozapft is" - Wiesn eröffnet

Mit einem Besucheransturm trotz kühlen Wetters hat in München das 175. Oktoberfest begonnen. Unter dem Jubel tausender Gäste zapfte Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) um Punkt 12.00 Uhr mit nur zwei Schlägen das erste Fass Bier an und eröffnete mit dem Ruf "Ozapft is" das größte Volksfest der Welt. Zwölf Salutschüsse hallten über die Theresienwiese, als Ude die erste Maß dem bayerischen Ministerpräsidenten Günther Beckstein (CSU) reichte, um "auf eine friedliche Wiesn 2008" anzustoßen. Der erste Krug mit Wiesnbier gebührt stets dem bayerischen Regierungschef. Schon vor der offiziellen Eröffnung mussten die Zelte wegen Überfüllung geschlossen werden. Bis zum 5. Oktober werden rund sechs Millionen Besucher auf der Theresienwiese erwartet.

Tausende Schaulustige säumten am Vormittag auch die Straßen, um den Einzug der Wiesn-Wirte auf ihren blumengeschmückten Pferdekutschen zu erleben. Als Ude unter Fanfarenklängen mit seiner Frau Edith Welser-Ude im Schottenhamel die Anzapf-Boxe betrat, standen die Menschen dort bereits auf den Bänken. Verhaltene Buh-Rufe begrüßten das Ehepaar Beckstein. Marga Beckstein erschien wie angekündigt nicht im Dirndl, sondern in einer pastellfarbenen Trachtenjacke und dunklem Rock. Beckstein selbst war kurz vor der Landtagswahl durch die Aussage unter Druck geraten, man könne, wenn man viele Stunden im Bierzelt sitze, auch nach zwei Maß noch Autofahren.

Beckstein zuversichtlich

Beckstein, der wie sein Vorgänger Edmund Stoiber nicht in Lederhose, sondern im Trachtenanzug kam, betonte, es sei für ihn ein einzigartiges Erlebnis, dabei zu sein. "Das wichtigste Aushängeschild für ganz Bayern ist in diesen Tagen das Oktoberfest." Er werde auch im nächsten Jahr wieder da sein. "Und ich bin felsenfest überzeugt, auch in dieser Funktion." Jedoch habe Wahlkampf auf der Wiesn nichts zu suchen. Beckstein hatte am Morgen das Bayerische Zentral- Landwirtschaftsfest (ZLF) eröffnet, das alle vier Jahre parallel im Südteil der Theresienwiese stattfindet.

Ex-Ministerpräsident Stoiber kam nicht zum Anzapf-Ritual ins Schottenhamel-Zelt. Er feierte den Wiesn-Beginn privat mit seiner Frau Karin im Hofbräu-Zelt. Er habe sich ganz bewusst nicht um eine Einladung bemüht, hatte Stoiber am Vortag wissen lassen. "Beim Wiesn- Anstich sollen der Oberbürgermeister und der Ministerpräsident im Mittelpunkt stehen, so wie sich das gehört."

"Sehr zufrieden" mit dem Auftakt zeigte sich Wiesn-Chefin Gabriele Weishäupl. "Ich denke, es wird eine herbstliche Wiesn", sagte sie mit Blick auf die kühlen Temperaturen. Glühwein gibt es aber erst, wenn es drei Tage lang unter zehn Grad kalt bleibt.

Quelle: ntv.de

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