Panorama

Sterbehilfe mit Medikament Palliativmediziner sieht Probleme bei Ärzten

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Das Bundesverfassungsgericht befasst sich mit dem Sterbehilfe-Parargraphen 217.

(Foto: dpa)

Sollte ein Schwerkranker ein tödliches Medikament erhalten? In Karlsruhe debattiert das Verfassungsgericht weiter über das Verbot der geschäftsmäßigen Sterbehilfe. Ein Palliativmediziner schildert, dass es aus seiner Sicht Probleme im Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient geben würde.

Zum Auftakt des zweiten Verhandlungstags am Bundesverfassungsgericht hat einer der klagenden Palliativmediziner die praktischen Probleme mit dem Verbot der geschäftsmäßigen Sterbehilfe geschildert. Der neue Paragraf 217 im Strafgesetzbuch behindere das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient, sagte Dietmar Beck aus Stuttgart in Karlsruhe. Er kenne einzelne Kollegen, die Mittel zum Sterben zur Verfügung stellten. Die meisten seien aber verunsichert.

Beck erzählte den Richtern von einer Über-80-Jährigen mit Depressionen, die nach einem gescheiterten Suizidversuch erblindet war. Das Ethikkonzil des Krankenhauses habe ihr schließlich das Sterbefasten ermöglicht, also den freiwilligen Verzicht auf Essen und Trinken. Das habe sich allerdings über drei Monate hingezogen, in dieser Zeit habe sie mehrfach um eine tödliche Spritze gebeten. Er wünsche sich die Freiheit, als letzte Option ein Mittel zur Verfügung zu stellen.

Seit Ende 2015 steht die "geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung" unter Strafe. Dagegen klagen in Karlsruhe schwerkranke Menschen, Ärzte und Sterbehilfe-Vereine. Die Richter wollten darüber bis in den Abend verhandeln. Das Urteil wird in mehreren Monaten verkündet.

Quelle: n-tv.de, sgu/dpa

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