Panorama

Dudelsack und frischer Bambus Pandas ziehen nach Schottland

Schottland erlebt gerade einen regelrechten Panda-Hype. Denn im Zoo von Edinburgh kommen direkt aus China zwei Panda-Bären an, die nun zehn Jahre bleiben sollen.

Zum ersten Mal seit 17 Jahren beherbergt ein britischer Zoo wieder Pandas - und zwar gleich zwei Tiere. In einem Charterflug des Transportunternehmens FedEx trafen ein Tierarzt und zwei Tierpfleger mit Bären-Dame "Tian Tian" (Süße) und Pandabär "Yang Guang" (Sonnenschein) auf dem Edinburgher Flughafen ein, wo ihnen Vertreter Chinas, Politiker sowie Dutzende Journalisten, Dudelsack-Spieler und Zuschauer einen prunkvollen Empfang bereiteten.

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In zwei Wochen bekommen auch die Besucher die Pandas zu sehen.

(Foto: Reuters)

Die Bären, die 2003 im Naturpark Ya'an in der nordwestchinesischen Provinz Sichuan geboren wurden, sollen für zehn Jahre in Schottland bleiben. Die Vorbereitungen für den Transfer dauerten gut fünf Jahre; unterstützt wurde der Zoo dabei von der britischen Regierung. Von 16. Dezember an werden die schwarz-weißen Riesen der Öffentlichkeit gezeigt.

Der Zoo zahlt für das Paar etwa 750.000 Euro Leihgebühr pro Jahr an die chinesischen Behörden, sowie mehr als 70.000 Euro für die nötige Bambus-Versorgung. Der Zoo hofft im Gegenzug, dass die Besucherzahlen auf mehr als 1 Million im Jahr steigen - oder sogar noch mehr, sollte das Paar für Nachwuchs sorgen. Beide Tiere haben sich bereits fortgepflanzt, jedoch bislang mit anderen Partnern.

Rettung oder Augenwischerei?

Tierschützer kritisierten den Deal. Damit werde der Öffentlichkeit vorgegaukelt, Pandas könnten in Gefangenschaft gerettet werden. "Ein kurzsichtiger Rückschritt", warnte Chris Draper von der Wildtierstiftung Born Free Foundation.

Der Lebensraum für Pandas in China ist in den vergangenen Jahrzehnten immer kleiner geworden, die Zucht in Zoos sowie die Auswilderung haben sich jedoch als schwierig erwiesen. China vergibt Pandas zur Pflege bilateraler Beziehungen oder als Zeichen der Freundschaft, ein Beispiel ist das Geschenk eines Bären-Paares an den damaligen US-Präsidenten Richard Nixon im Jahr 1972. Derzeit lässt Peking Pandas allerdings nur als Zehn-Jahres-Leihgabe aus dem Land, auch jeglicher Nachwuchs bleibt Eigentum Chinas.

Quelle: n-tv.de, dpa

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