Panorama

"Glaube ist die wahre Aufklärung" Papst feiert Osternacht

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Papst Benedikt XVI. bei der feierlichen Zeremonie.

(Foto: dpa)

Mit der feierlichen Entzündung des Osterlichts zelebriert Papst Benedikt XVI. im Petersdom symbolisch die Auferstehung Jesu. Anschließend trägt er das Licht in den dunklen Kirchenraum. Bei seiner anschließenden Predigt ruft er zu Skepsis im Umgang mit technischem Fortschritt auf.

Papst Benedikt XVI. hat mit tausenden Gläubigen die traditionelle Osternacht gefeiert. Dabei wird in der Vorhalle des Petersdoms feierlich das Osterlicht entzündet und der Papst trägt es in den dunklen Kirchenraum. Die auch von Gläubigen dann angesteckten Kerzen stellen die Auferstehung Jesu dar, an die von den Christen an Ostern weltweit erinnert wird. Zehntausende verfolgten die Zeremonie auf großen Leinwänden auf dem Petersplatz.

In seiner Predigt rief der knapp 85-jährige Benedikt zu einem kritischen Umgang mit dem technischen Fortschritt auf. Der Glaube sei die wahre Aufklärung, sagte das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche in seiner Predigt im Petersdom in Rom. "Wir wissen und können in den materiellen Dingen unerhört vieles, unser Wissen und unsere technischen Leistungen sind Legion, aber was darüber hinausgeht, Gott und das Gute, vermögen wir nicht mehr zu identifizieren." Solange Gut und Böse aber nicht unterschieden werden könnten, "sind alle Erleuchtungen, die uns ein so unglaubliches Können ermöglichen, nicht nur Fortschritte, sondern zugleich Bedrohungen, die uns und die Welt gefährden."

"Liebe ist stärker als der Hass"

Ostern sei das Fest der Neuschöpfung: "Jesus hat die Tür zu einem neuen Leben aufgestoßen, das keine Krankheit und keinen Tod mehr kennt." Während der mehrstündigen Zeremonie im Petersdom nahm das Oberhaupt der katholischen Kirche traditionsgemäß Erwachsene aus mehreren Ländern und Kontinenten durch Taufe und Firmung in die Kirche auf. Unter den acht Getauften sind in diesem Jahr auch zwei Deutsche, ein 41-jähriger Mann und eine 31 Jahre alte Frau.

Die Botschaft der Auferstehung Jesu aus dem Grab fasste Benedikt so zusammen: "Das Leben ist stärker als der Tod. Das Gute ist stärker als das Böse. Die Liebe ist stärker als der Hass. Die Wahrheit ist stärker als die Lüge."

Am Karfreitagabend hatte Benedikt am Kolosseum in Rom den traditionellen Kreuzweg gebetet. Meditationen zu Problemen in Familie und Ehe prägten die Zeremonie. "In unserer Zeit ist die Situation vieler Familien erschwert durch die Unsicherheit der Arbeit und durch andere negative Auswirkungen der Wirtschaftskrise", sagte Benedikt. Weiterer Höhepunkt der Feierlichkeiten ist die Ostermesse am Sonntag. Danach erteilt der Papst auf dem Petersplatz seinen traditionellen Segen "Urbi et orbi" (Der Stadt und dem Erdkreis).

Quelle: ntv.de, dpa/rts

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