Panorama

Ohne Sicherheitsgurt im Papamobil Papst hat Anzeige am Hals

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Gottvertrauen statt Sicherheitsgurt: Papst Benedikt lässt es drauf ankommen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Papst - ein Gurtmuffel? Ein Dortmunder stellt beim Besuch von Benedikt XVI. in Freiburg fest, dass der Pontifex Maximus sich partout nicht anschnallt. Als aufmerksamer Bürger bringt der Mann diesen Umstand natürlich zur Anzeige. Den Papst könnte allerdings seine Stellung als Staatsoberhaupt vor rechtlichen Folgen schützen.

Ein Dortmunder Bürger hat den Papst angezeigt, weil Benedikt XVI. bei seinem Besuch in Freiburg im Papamobil wiederholt nicht angeschnallt gewesen sei. Die Anwaltskanzlei Sundermann aus dem westfälischen Unna bestätigte einen Bericht der "Westfälischen Rundschau".

Hinter der Anzeige bei der Stadt Freiburg stehe ein Mandant aus Dortmund, so die Kanzlei. Der biete nicht nur zwei eigene Zeugen auf, sondern verweise auch noch auf den Erzbischof von Freiburg, den Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, und Baden-Württemberg Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne). Sie könnten die Ordnungswidrigkeit sicher ebenfalls bezeugen, erklärte die Kanzlei Sundermann.

Bürger oder Staatsoberhaupt?

Jetzt müsse geklärt werden, ob der Papst einfach deutscher Bürger oder ein Staatsoberhaupt sei, das diplomatische Immunität genieße. Die Kanzlei hat das für sich noch nicht herausgefunden. In Freiburg müssen ebenfalls die Rechtsgelehrten ran. Die Stadt bestätigte aber zunächst einmal nur den Eingang der Anzeige.

Hintergrund der Anzeige ist nach Aussagen der Kanzlei ein Schreckerlebnis des Mandanten. Nach dem Papstbesuch habe sich ein Unfall mit Toten ereignet. Die Insassen seien nicht angeschnallt gewesen. Der Mandant, selbst nicht Kirchenmitglied, denke aber auch an die Sicherheit des Papstes. Selbst bei Schrittgeschwindigkeit könne sich der Heilige Vater bei einem Aufprall schwer verletzen. Anschnallen wäre durchaus möglich, meinte der Anwalt. Das Papstmobil verfüge über Sicherheitsgurte.

Quelle: n-tv.de, dpa