Panorama

"Es hat weitere Tragödien gegeben" Papst ruft zur Solidarität mit Flüchtlingen auf

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Mit seinem "Evangelii gaudium" (Freude des Evangeliums) legte der Papst sein erstes apostolisches Schreiben vor.

(Foto: REUTERS)

Immer wieder kommt es zu Flüchtlingskatastrophen mit zahlreichen Toten: Papst Franziskus ruft das Thema ins Bewusstsein und appelliert an die Verantwortlichen, eine humane Lösung zu finden. Derweil hilft er auch bei der Aufklärung eines Mordes.

Papst Franziskus hat zur Solidarität mit den Flüchtlingen im Mittelmeer aufgerufen. Das Problem müsse "mit der Logik der Gastfreundschaft, nicht mit der Logik der Gleichgültigkeit" angegangen werden, hieß es in einer Botschaft an den Bischof der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa. Franziskus hatte die Insel vor einem Jahr besucht, um der zahlreichen Flüchtlinge zu gedenken, die bei der Überfahrt ums Leben kamen.

"Ein Jahr danach verschärft sich das Problem noch, und es hat leider in schneller Abfolge weitere Tragödien gegeben", erklärte der Papst. Lampedusa liegt näher an der nordafrikanischen Küste als an der Küste Siziliens und ist die wichtigste Anlaufstelle für Flüchtlinge. Jeden Monat versuchen tausende Menschen vor allem aus Afrika, über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Im Herbst 2013 kamen dabei bei mehreren schweren Unglücken vor der italienischen Küste mehr als 400 Flüchtlinge ums Leben.

Die italienische Regierung leitete daraufhin die Mission "Mare Nostrum" ein, für die Kriegsschiffe, Drohnen und Hubschrauber mit Infrarot- und optischer Ausrüstung eingesetzt werden, um Flüchtlingsboote ausfindig zu machen. Seit Jahresbeginn erreichten 66.000 Flüchtlinge Italien. Dies sind bereits mehr als im Gesamtjahr 2011, das bisher die höchste Flüchtlingszahl aufwies. Die EU-Grenzschutzagentur Frontex geht davon aus, dass die Flüchtlingszahlen in den kommenden Wochen weiter zunehmen werden, weil das Mittelmeer während des Sommers besonders ruhig ist.

Franziskus hilft bei Mordaufklärung

Zudem hat Papst Franziskus wichtige Hinweise für die Aufklärung des Mordes an Bischof Enrique Angelelli während der Militärdiktatur in Argentinien geliefert. Das katholische Kirchenoberhaupt habe im vergangenen Jahr den Ermittlern Unterlagen aus dem Vatikan zur Verfügung gestellt, in denen Drohungen gegen Angelelli dokumentiert waren, berichteten argentinische Medien.

Die Kooperation des Papstes sei bemerkenswert, da das Material zeigen könnte, dass Teile der katholischen Kirche die argentinische Militärdiktatur in den Jahren 1976 bis 1983 deckten. Angelelli hatte Beweise für die Verwicklung der Streitkräfte in den Mord an zwei Priestern gesammelt. 1976 kam der "Bischof der Armen" auf einer abgelegenen Bergstraße in der nordwestargentinischen Provinz La Rioja ums Leben. Zwei ranghohe Militärs hatten den fingierten Unfall in Auftrag gegeben. Am Freitag wurden sie für die Tat zu lebenslanger Haft verurteilt.

Quelle: ntv.de, lsc/dpa/AFP

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