Panorama

Leiche in Gelsenkirchen identifiziert Patient lag tagelang tot im Aufzug

In einem defekten Fahrstuhl eines Gelsenkirchener Krankenhauses wird ein Toter gefunden. War der ältere Mann ein Patient oder ein Besucher? Wurde er gar das Opfer eines Gewaltverbrechens? Inzwischen sind einige der Fragen beantwortet.

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Der Mann könnte in dem Fahrstuhl erstickt oder verdurstet sein.

(Foto: picture alliance / dpa)

Es war ein Schock für den Fahrstuhltechniker, als er die Leiche in dem Aufzug entdeckte. Schon auf den ersten Blick war zu sehen, dass bei dem Toten die Verwesung bereits fortgeschritten war. Nun ist klar: Bei dem Toten handelt es sich um einen 59-jährigen Gelsenkirchener, der sich freiwillig als Patient in stationäre Behandlung der psychiatrischen Abteilung begeben hatte.

Das war am 30. Juni, zwei Tage später war der Mann auf der Station jedoch nicht mehr auffindbar. Die Klinik informierte das Wohnheim, in dem der 59-Jährige normalerweise lebte und am 3. Juli auch die Polizei. Für den Mann habe keine akute Lebensgefahr bestanden, außerdem sei es nicht ungewöhnlich, dass sich Patienten eigenverantwortlich und selbstständig aus dem Krankenhaus entlassen. Deshalb habe man dem Verschwinden des Patienten auch "keine besondere Bedeutung" zugemessen, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von Polizei und Staatsanwaltschaft.

Notruf war möglich

Laut einem vorläufigen Gutachten von Sachverständigen war die technische Störung an dem Aufzug  am 2. Juli gegen 14 Uhr aufgetreten. Der Fahrstuhl hatte zwischen den Etagen vier und fünf festgesteckt. Die  Notrufeinrichtung sei aber voll funktionsfähig gewesen, betonte Corinna Lee, die Sprecherin der EVK.

Die Leiche wurde jedoch erst acht Tage später gefunden. Dies könnte daran liegen, dass der Fahrstuhl im hinteren Bereich des Krankenhauses hauptsächlich von Mitarbeitern benutzt wird. Die Reparatur dieses Aufzuges hatte deshalb offenbar keine Priorität. Die Klinik zog inzwischen erste Konsequenzen aus dem Vorfall: Inzwischen werden alle Aufzüge des Krankenhauses jeden Abend überprüft.

Woran der Mann letztlich gestorben ist, bleibt auch nach der Untersuchung weiterhin unklar. "Denn die Leiche des Gelsenkircheners war bereits so stark verwest, dass die tatsächliche Todesursache nicht ermittelt werden kann", sagte Polizeisprecher Olaf Brauweiler. Hinweise auf ein Gewaltverbrechen wurden jedoch auch nicht gefunden.

Quelle: n-tv.de, sba

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