Panorama

Reaktionen aus Israel und der jüdischen Welt Peres lädt Franziskus nach Israel ein

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Ein indischer "Sandkünstler" geestaltet eine Büste des neuen Papstes.

(Foto: dpa)

Papst Franziskus wird von jüdischen Organisationen freundlich empfangen. Mit Blick auf die katholisch-jüdischen Beziehungen habe er "schon viele Verdienste. Das lässt uns beruhigt in die Zukunft schauen", erklärt die Anti-Defamation League. Aus Israel kommt eine Einladung ins Heilige Land. "Er wird ein willkommener Gast sein", sagt Präsident Peres.

"Der neugewählte Papst repräsentiert Hingebung, die Liebe Gottes, Friedensliebe, eine heilige Bescheidenheit und einen neuen erwachenden Kontinent. Möge der Herr den neuen Papst segnen." Das ist die offizielle Reaktion Israels zu Franziskus, formuliert von Staatspräsident Schimon Peres.

Dem Gratulationsschreiben fügte Peres auch gleich eine Einladung an den neuen Papst bei, dem Heiligen Land sobald wie möglich einen Besuch abzustatten. "Er wird ein willkommener Gast sein." Peres äußerte die Glückwünsche gegenüber katholischen Priestern aus Polen. Der Papst sei ein "Mann der Inspiration" und könne einen Beitrag leisten "in dieser stürmischen Region Frieden zu bringen". Über den emeritierten Papst Benedikt XVI. sagte Peres bei dieser Gelegenheit, dass der "ein lieber Freund unseres Volkes und ein tiefer Denker" sei, der wirklich viel getan habe, "historisch und anders die Beziehungen zwischen der katholischen Kirche und dem jüdischen Volk zu fördern".

Auch die großen jüdischen Organisationen in der Welt gratulierten dem neuen Papst. Der jüdische Weltkongress (WJC) fügte einer Pressemitteilung sogar ein Foto von WJC-Präsident Ronald S. Lauder mit dem argentinischen Kardinal Jorge Mario Bergoglio bei, dem heutigen Papst Franziskus, aufgenommen 2008 in Buenos Aires. Im Namen des WJC und den angeschlossenen jüdischen Organisationen in 100 Ländern schickte Lauder "warme Glückwünsche". Er erwarte eine weitere Vertiefung der engen Beziehungen zwischen der katholischen Kirche und den Juden, wie in den vergangenen zwei Jahrzehnten. "Papst Franziskus I. ist für uns kein Unbekannter", heißt es da weiter. Der neue Papst sei ein offen denkender Mann des Dialogs mit der Fähigkeit, Brücken zu anderen Konfessionen zu bauen.

Rabbi Marvin Heir veröffentlichte im Namen des Simon Wiesenthal Center (SWC) eine Eilmeldung, um Kardinal Bergoglio zur Wahl des Pontifikats zu gratulieren. "Wir haben einen guten Grund, darauf zu vertrauen, dass Papst Franziskus ein unermüdlicher Verteidiger der historischen Nostra Aetate sein wird, der Erklärung zur Beziehung zwischen der Kirche und den nicht-christlichen Religionen, die während des Zweiten Vatikanischen Konzils verabschiedet wurde."

Abraham H. Foxman, Direktor der einflussreichen jüdisch amerikanischen Anti-Defamation League (ADL) wünschte dem Papst alles Gute für seine neue wichtige Verantwortung. Wie die anderen jüdischen Sprecher erwartet Foxman eine weitere Stärkung der katholisch-jüdischen Beziehungen. "Er hat da schon viele Verdienste. Das lässt uns beruhigt in die Zukunft schauen." Foxman zählt mehrere jüdische Feiertage auf, an denen sich Kardinal Bergoglio in der jüdischen Gemeinde von Argentinien beteiligt hatte. 2010 habe er auch an einer Gedenkfeier für die Toten des Anschlags von 1994 teilgenommen. Damals hatten Selbstmordattentäter der Hisbollah im jüdischen Gemeindezentrum von Buenos Aires mehr als 80 Juden getötet. Das, so Foxman, sei ein Zeichen, dass der Papst sich gegen Extremismus stemmen werde.

Quelle: n-tv.de