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Peter Madsen bleibt in Haft: Der berühmteste Tüftler Dänemarks steht unter Mordverdacht.
Peter Madsen bleibt in Haft: Der berühmteste Tüftler Dänemarks steht unter Mordverdacht.(Foto: AP)
Donnerstag, 24. August 2017

Die Schlinge zieht sich zu: Peter Madsen steht unter Mordverdacht

Warum und wie ist Kim Wall gestorben? Bisher wurde nur der durchlöcherte Torso der jungen Journalistin im Meer gefunden. Peter Madsen könnte das Drama aufklären, doch er schweigt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm nicht mehr nur fahrlässige Tötung vor.

Ein sinkendes U-Boot, eine vermisste Journalistin, ein Torso und ein prominenter, sich widersprechender Tatverdächtiger:  Der Tod der Journalistin Kim Wall stellt die dänischen Ermittler weiter vor Rätsel. Als Hauptverdächtiger gilt Peter Madsen. Der prominente Tüftler, den die Dänen auch "Raketen-Madsen" nennen, sitzt in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft legt ihm mittlerweile Mord zur Last. Der U-Boot-Bauer solle nicht mehr wegen fahrlässiger Tötung, sondern wegen Mordes an der 30-Jährigen in Haft bleiben, sagt Staatsanwalt Jakob Buch-Jepsen. Der Vorwurf gründe sich auf den Fund von Walls Oberkörper.

Die Polizei geht anhand von Blutspuren davon aus, dass die 30-jährige Wall an Bord des Privat-U-Bootes "Nautilus" starb. Ob es an ihrem Körper Spuren eines sexuellen Übergriffs gibt, wollten die Ermittler nicht sagen. Fest steht, dass der Torso durchlöchert wurde, vermutlich um Gase austreten zu lassen und Auftrieb zu verhindern. Nach Angabe der Ermittler wurde die Leiche zudem mit einem Metallteil beschwert - offenbar um zu erreichen, dass er unter Wasser bleibt.

Madsen hatte seine ursprüngliche Geschichte, laut der er die Journalistin am Abend des 10. Augusts auf einer Insel bei Kopenhagen abgesetzt habe, nach dem Leichenfund revidiert. Stattdessen sagte er aus, Wall sei bei einem Unfall an Bord ums Leben gekommen. Danach habe er sie in der Koge-Bucht bestattet. Anschließend habe er festgestellt, dass ein technischer Defekt schlimmer gewesen sei als zunächst angenommen und sich deshalb aus dem sinkenden U-Boot gerettet. "Mir geht es gut, aber es tut mir leid, dass die 'Nautilus' gesunken ist", sagte er nach seiner Rettung aus der Bucht.

Indes setzte die Polizei in Kopenhagen die Suche nach weiteren Leichenteilen fort. Der Einsatz konzentriere sich auf das Gebiet südlich der Insel Amager, wo am Montag der Torso der 30-Jährigen angespült worden war, sagte Jens Jensen von der Kopenhagener Polizei. Außerdem suche man nach der Kleidung von Kim Wall - einer orangefarbenen Bluse, einem schwarz-weiß geblümten Rock und weißen Schuhen.

Die Ermittler vermuten, dass Madsen das U-Boot absichtlich zum Sinken brachte. Möglicherweise, um Spuren zu verwischen. Bei einer Verurteilung drohen dem Erfinder lebenslange Haft.

Quelle: n-tv.de