Panorama

Rekorde sind möglich Pfingsten wird heiß, sehr heiß

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Mit einem Buch im Park: So lässt es sich zur Not aushalten.

(Foto: dpa)

Tagsüber zum See oder ins Freibad, am Abend dann im Garten sitzen: Pünktlich zum Pfingstwochenende steigen die Temperaturen auf hochsommerliche Werte. Nur stellenweise könnte es krachen.

Tagsüber zum See oder ins Freibad, am Abend dann im Garten sitzen: Pünktlich zum Pfingstwochenende steigen die Temperaturen auf hochsommerliche Werte. Nur stellenweise könnte es krachen, sagt n-tv Meteorologe Björn Alexander.

n-tv.de: Björn, bei unserem letzten Gespräch war der Hochsommer zu Pfingsten schon ein Thema. Was erwartet uns denn?

Björn Alexander: Ein hochsommerlich warmes bis heißes Pfingstwochenende steht bevor. Und auch wenn es im Detail noch ein paar Unsicherheiten gibt: Pfingsten 2014 könnte das heißeste Pfingstfest seit Beginn der Wetteraufzeichnungen werden. Auch neue Hitzerekorde sind mit der ersten großen Hitzewelle in diesem Jahr nicht auszuschließen. Stellenweise könnte es am Pfingstmontag bis auf 37 Grad raufgehen. Damit dürften dann zumindest einige Rekorde für das erste Junidrittel geknackt werden.

Da lockt dann wohl der Sprung ins kühle Nass. Wie kühl oder warm sind denn unsere Badeseen und Küstengewässer zurzeit?

In den Binnengewässern und Seen reichen die Wassertemperaturen derzeitig oft von 16 bis 19 Grad. Etwas kühler sind die Küstenbereiche von Nord- und Ostsee. Dort sind es in etwa zwischen 14 und 18 Grad. Wer zu Pfingsten etwas weiter reisen möchte, den erwarten im Mittelmeer meistens zwischen 19 und 23 Grad. Also alles in allem schon ganz angenehm. Zumal wir uns hierzulande wirklich auf einen hochsommerlichen Witterungsabschnitt bis in die nächste Woche hinein einstellen können.

Wie sehen die Details aus?

Am Freitagvormittag ziehen letzte Regen- und Wolkenreste in Schleswig-Holstein ab und dann wird es landesweit sonnig und deutlich wärmer als zuletzt. Im Norden und an den Küsten sind es 18 bis 22 Grad. Im übrigen Land sind es vielfach 23 bis 28 Grad. Am Oberrhein sind bis 30 Grad möglich. Grund ist die zunehmend südliche Strömung, die uns wiederum ein Tief über dem Atlantik bringt. Und dieser Warmlufttransport vom Mittelmeer und Nordafrika wird sich danach weiter intensivieren.

Und es wird heißer?

Am Samstag können wir uns häufig schon auf 28 bis 33 Grad einstellen - in den Ballungsräumen sowie den Flusstälern in der Westhälfte vielleicht sogar auf bis zu 34 Grad. Selbst an den Küsten sind es meist 23 bis 27 Grad. Außerdem gibt es viel Sonne.

Wie ist es um die Sonnenbrandgefahr bestellt?

Die ist besonders in diesem Monat sehr groß. In gut zwei Wochen - zum astronomischen oder auch kalendarischen Sommerbeginn - hat die Sonne ihren höchsten Stand erreicht. Damit können wir uns über lange Tage mit vielen Sonnenstunden freuen. Sonnencreme, Sonnenhut und gegebenenfalls die Sonnenbrille sind Pflicht. Vor allem bei Kindern sollte man am Sonnenschutz nicht sparen. Und auch für alle anderen gilt: Die Hitzebelastung ist in den kommenden Tagen enorm. Also ruhig mal einen Gang zurück schalten, körperliche Aktivitäten auf den Morgen und den Abend verschieben und ausreichend trinken.

Müssen wir uns außer auf große Hitze womöglich auch auf Gewitter einstellen?

Im Osten unseres Landes wohl eher nicht. Denn das Schönwetterhoch - unser Gegenspieler zum Atlantiktief - liegt tendenziell östlich. In der Westhälfte hingegen ist es am Pfingstsonntag teilweise schon mal etwas wolkiger und schwüler. Nachmittags sind dann zwischen Eifel und Nordsee einzelne, teils kräftige Gewitter nicht auszuschließen. Da die heiße Luft viel Energie besitzt, sind auch Starkregen oder Hagel im Bereich der Möglichkeiten. Allerdings bestehen da durchaus Unsicherheiten in der Prognose. Mit Glück passiert auch dort nichts und dann können wir uns überall über die Hochsommerwärme freuen.

Bisher war es ja an den Abenden immer noch kalt. Wird sich das ändern?

Ja. Den großen Grillabenden steht nichts im Wege. Denn das Temperaturniveau geht sukzessive nach oben. Los geht es in der Nacht zum Freitag noch mit kühlen Tiefstwerten zwischen 12 und 3 Grad. Und wenn wir dann mal die Nacht zum Pfingstmontag dagegen halten: die bringt uns nächtliche Tiefstwerte von meistens 20 bis 12 Grad. Es wird also immer lauer, teilweise auch tropisch.

Was erwartet uns am Pfingstmontag?

Es geht hochsommerlich weiter. Die Temperaturen können sogar noch ein bisschen zulegen. Häufig sind es dann 29 bis 36 Grad. Im Südwesten sogar stellenweise vielleicht noch etwas darüber. Einzig die Gewitterneigung in der Westhälfte macht uns Meteorologen momentan noch ein bisschen Kopfzerbrechen. Denn die Hochsommerlage ist eben durch das näher rückende Atlantiktief und mit steigender Schwüle von Westen her nicht lupenrein. Mit Glück gilt dasselbe wie schon am Sonntag: Die Gewitter halten sich zurück und können nur ganz gelegentlich mal für eine heftige Abkühlung sorgen. Läuft es weniger gut, dann sind in der Westhälfte bis herauf in den Norden schon mal heftige Gewittergüsse drin. Hier heißt es: Daumen drücken und bei größeren Außenveranstaltungen immer mal einen Blick auf den aktuellen Wetterbericht, Warnlagen oder das Radar werfen. Denn die Luftmassen, mit denen wir uns in den kommenden Tagen auseinander setzen werden, sind wie gesagt extrem energiereich. Und wenn es kracht, dann richtig.

Bleibt es denn auch danach warm?

Am Dienstag ziemlich sicher. Vielleicht wird es da und dort sogar nochmals heißer. Mittwoch könnte es dann von Westen her langsam etwas abkühlen. Momentan sieht es aber auch danach noch nach einem eher sommerlichen Temperaturniveau aus.

Quelle: n-tv.de