Neunjährige in Badewanne ertrunkenPflegeeltern festgenommen
In Bad Honnef ist möglicherweise ein neun Jahre altes Kind gewaltsam zu Tode gekommen. Laut Staatsanwaltschaft verdichten sich "Hinweise auf ein mögliches Fremdverschulden am Tod des Kindes". Der Körper der kleinen Anna weist zahlreiche Hämatome auf. Die 51 Jahre alten Pflegeeltern behaupten, das Mädchen neige dazu, sich selbst zu verletzen. Die Mordkommission ermittelt.
Ein neunjähriges Mädchen aus Bad Honnef ist vermutlich durch Fremdeinwirkung gestorben, ihre Pflegeeltern wurden festgenommen. Es verdichten sich Hinweise auf ein Fremdverschulden, sagte der Bonner Oberstaatsanwalt Robin Faßbender. Der Körper des Mädchens weise zahlreiche Hämatome auf.
Die 51 Jahre alten Pflegeltern hatten am Donnerstagabend die Rettungskräfte alarmiert und angegeben, dass ihre Pflegetochter beim Baden verunglückt sei. Die Helfer fanden das Mädchen in der Wohnung bewusstlos vor. Trotz der Wiederbelebungsversuche eines Notarztes starb es wenig später im Kinderkrankenhaus St. Augustin.
Die Obduktion hat laut Staatsanwaltschaft ergeben, dass das Kind ertrunken ist. Außerdem wurden am Körper des Mädchens mehrere Hämatome gefunden. Die Mordkommission der Bonner Polizei und der Staatsanwaltschaft nahmen daraufhin Ermittlungen auf.
In ihrer Vernehmung erklärten die Pflegeeltern des Mädchens die Hämatome laut Staatsanwaltschaft mit einem Sturz des Kindes tags zuvor. Demnach sei die Neunjährige am Mittwoch von einem Balkon der Wohnung ihrer Pflegeeltern gesprungen, da sie nicht habe baden wollen. Außerdem gaben die beiden 51-Jährigen an, die Pflegetochter neige dazu, sich selbst zu verletzten. Ein sogenanntes autoaggressives Verhalten des Kindes wurde laut Polizei von Dritten und auch von Ärzten bestätigt. Ob aber alle Hämatome von einer Selbstverletzung des Kindes herrührten, blieb zunächst aber ebenso ungeklärt wie die Frage, wie das Kind ertrinken konnte.
Ein dringender Tatverdacht gegen die Pflegeeltern habe sich bisher nicht bestätigt, sagte ein Polizeisprecher. Sie blieben aber vorläufig festgenommen.
Das Kind war vom Jugendamt der Nachbarstadt Königswinter an sie vermittelt worden. Die Verwaltung von Königswinter kündigte interne Untersuchungen an. Ein Sprecher der Stadt sagte, die Stadt werde Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft unterstützen.