Panorama

Riesencoup für Ermittler Polizei fasst Super-Drogenboss

Er ist der meistgesuchte Drogenkriminelle der Welt, auf seinen Kopf sind fünf Millionen Dollar ausgesetzt. Fahndern aus den USA und Mexiko gelingt mit der Festnahme von Joaquín Guzmán genannt "El Chapo" ein einmaliger Schlag gegen Mexikos Drogenkartelle.

Der meistgesuchte Drogenboss der Welt ist festgenommen worden. Wie US-Sicherheitskreise bestätigten, wurde der Chef des Sinaloa-Kartells, Joaquín "El Chapo" Guzmán, in der mexikanischen Küstenstadt Mazatlán von mexikanischen Marinesoldaten unter Beteiligung von Fahndern der US-Antidrogenbehörde DEA gefasst. Der Mexikaner war seit dem Jahr 2001 auf der Flucht und soll nun nach Mexiko-Stadt gebracht werden.

In den USA war auf Guzmáns Ergreifung ein Kopfgeld von fünf Millionen Dollar (knapp 3,8 Millionen Euro) ausgesetzt, die mexikanische Generalstaatsanwaltschaft setzte zudem eine Belohnung von 30 Millionen Pesos (etwa 1,6 Millionen Euro) aus. Den Angaben zufolge wurde Guzmán am frühen Morgen in einer touristischen Anlage des nordwestlichen Badeorts Mazatlán festgenommen - offenbar, ohne dass es einen Schusswechsel gab.

Weiter hieß es, die Drogenfahnder hätten "Chapo" seit fünf Wochen in Culiacán observiert, der Hauptstadt des nördlichen Bundesstaats Sinaloa. Angesichts dieses Drucks habe er sich nach Mazatlán zurückgezogen. Bei seiner Festnahme habe er sich in Begleitung einer "kleinen Gruppe von Personen" befunden. Im Zuge der Observierungsoperation war bereits einer der Sicherheitschefs von Guzmáns Partner Ismael "Mayo" Zambada festgenommen worden.

Guzmán gelang bereits einmal die Flucht

Das Magazin "Forbes" stufte den 56-jährigen Guzmán als mächtigsten Gangster der Welt ein. Das Sinaloa-Kartell kontrolliert weite Teile des Drogengeschäfts in Mexiko. Mit konkurrierenden Banden liefert es sich einen blutigen Krieg um die Kontrolle des Rauschgifthandels in die USA. Dabei wurden seit Ende 2006 mehr als 77.000 Menschen getötet.

"El Chapo", in mexikanischer Umgangssprache "Der Kleine", war im Jahr 1993 in Guatemala gefasst und in ein mexikanisches Hochsicherheitsgefängnis gebracht worden, aus dem ihm jedoch im Jahr 2001 in einem Wäschewagen die Flucht gelang. Seitdem lebte er im Untergrund. Die Spekulationen über den Aufenthaltsort des 1,55 Meter großen Guzmán rissen nie ab. Mal hieß es, er sei in Guatemala untergetaucht, dann wieder, er halte sich in den Bergen des nordwestlichen mexikanischen Bundesstaats Durango auf.

Quelle: n-tv.de, lsc/AFP

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