Panorama

Angst vor mexikanischer Drogenmafia Polizei tritt geschlossen zurück

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Spezialeinheiten der Polizei sollen die Drogenmafia bekämpfen helfen.

(Foto: dapd)

Aus Angst vor der mexikanischen Drogenmafia geben die Polizisten des Ortes Ascensión ihre Waffen und Uniformen ab. Zwei tote Kollegen reichen den Beamten. Nun muss die Bundespolizei Kräfte schicken. In Mexiko sind im Drogenkrieg seit 2006 bereits über 41.000 Menschen gestorben.

Alle 26 Polizisten einer Kleinstadt im Norden Mexikos haben aus Angst vor der Drogenmafia gekündigt. Die Wachmänner des Ortes Ascensión im Bundesstaat Chihuahua gaben ihre Waffen und Uniformen ab, nachdem zwei ihrer Kollegen getötet worden waren.

Um die Sicherheit in der Ortschaft nahe der Grenze zu den USA gewährleisten zu können, habe Bürgermeister Jaime Domínguez Loya nun um die Entsendung von Sicherheitskräften gebeten, hieß es.

Im September vergangenen Jahres mussten die knapp 11.000 Einwohner schon einmal vorübergehend ohne Polizisten auskommen. Der damalige Bürgermeister Rafael Lorenzo kündigte allen 12 Wachmännern wegen mangelhafter Arbeit und Vertrauensverlust. Zuvor waren dort zwei der Entführung verdächtigte Männer von einer aufgebrachten Menschenmenge gelyncht worden.

Über 41.000 Tote

Ascensión liegt an einer der wichtigsten Drogenrouten in die USA. Einen ähnlichen Fall gab es bereits vor rund zwei Jahren, damals hatte die Polizei der ebenfalls in Chihuahua gelegenen Ortschaft Villa Ahumada nach mehreren blutigen Angriffen durch Drogenbanden das Handtuch geschmissen. Seitdem sorgen Bundespolizei und Ordnungskräfte des Bundesstaats dort für die Sicherheit.

In Mexiko tobt seit Jahren ein blutiger Drogenkrieg. Seit Präsident Felipe Calderón nach seinem Amtsantritt im Dezember 2006 eine groß angelegte Offensive gegen die rivalisierenden Drogenkartelle ausrief, wurden nach Angaben der Behörden landesweit mehr als 41.000 Menschen getötet, die meisten von ihnen im Norden des Landes. 50.000 Soldaten unterstützen die Polizei beim Vorgehen gegen die Drogenbanden.

Quelle: ntv.de, dpa/AFP