Panorama

Justizskandal in Finnland Polizeichef entpuppt sich als Drogenhändler

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Idylle in Helsinki? Mitnichten.

(Foto: imago/Westend61)

Als Chef der Anti-Drogen-Einheit ist Jari Aarnio eigentlich dafür zuständig, die Drogengeschäfte in und um Helsinki zu unterbinden. Doch stattdessen torpediert er die eigenen Ermittlungen. Vor Gericht zahlt er einen hohen Preis.

In Finnland ist der ehemalige Chef einer Anti-Drogen-Einheit zu zehn Jahren Haft verurteilt worden, weil er an Drogengeschäften beteiligt war. Der öffentlich-rechtliche finnische Fernsehsender Yle berichtete, ein Bezirksgericht in Helsinki habe Jari Aarnio für schuldig befunden, eine zentrale Rolle beim Schmuggel von knapp 800 Kilogramm Haschisch gespielt zu haben. Die Staatsanwaltschaft hatte die Höchststrafe von 13 Jahren für den Ex-Polizisten verlangt.

Die Drogen wurden demnach 2011 und 2012 aus den Niederlanden nach Finnland geschmuggelt. Berichten zufolge hatte Aarnio die Ermittlungen über Lagerstätten beeinflusst und seine schützende Hand über mutmaßliche Schmuggler gehalten. Er war unter anderem dadurch aufgefallen, dass er hohe Summen in bar bezahlte.

Aarnio hatte die Anti-Drogen-Einheit der Polizei in Helsinki seit 1999 geleitet. 2013 wurde er nach 30 Jahren als Ermittler aus dem Polizeidienst entlassen. Vor Gericht wies er die Vorwürfe zurück. Die Richter waren aber überzeugt, er habe seine Position bei der Polizei "rücksichtslos" ausgenutzt und sich eines schwerwiegenden Fehlverhaltens im Amt schuldig gemacht.

Quelle: n-tv.de, chr/AFP

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