Panorama

Sachsen-Anhalt Polizist bei Neonazi-Treffen

Erneut ist in Sachsen-Anhalt ein Polizeibeamter in Verdacht der Nähe zu Rechtsextremisten geraten. Ein Polizei-Spezialist für IT-Sicherheit fiel bei einem Treffen von Neonazis auf, wie der "Tagesspiegel" berichtet.

Demnach überprüften Beamte bereits im Mai 2005 die Teilnehmer einer Party an einem See bei Wittenberg. Unter den Personen befand sich neben einschlägig bekannten Mitgliedern der rechtsextremen Szene auch der Polizeioberkommissar.

Der Beamte ist dem Bericht zufolge weiter Dezernent beim Technischen Polizeiamt der Landespolizei Sachsen-Anhalt und mit hochsensiblen Vorgängen befasst.

Ein Sprecher des Magdeburger Innenministeriums sagte, der Polizeibeamte habe bei disziplinarischen Ermittlungen glaubhaft erklärt, dass er sich nicht mit den Neonazis eingelassen habe. Eine Sicherheitsüberprüfung sei allerdings noch nicht abgeschlossen.

Indes bezeichnete der Vorsitzende der Linksfraktion im Magdeburger Landtag, Wulf Gallert, im "Tagesspiegel" den Fall als ungeheuerlich. Der Untersuchungsausschuss, den die Linke im September zur Klärung der Dessauer Polizeiaffäre einsetzen will, werde sich auch mit dem neuen Fall befassen, kündigte Gallert an. Dabei geht es um den Vizepräsidenten der Polizeidirektion Dessau. Der ranghohe Polizeibeamte soll nach Aussagen von drei Staatsschützern versucht haben, sie im Februar im Kampf gegen rechtsextremistische Straftaten zu bremsen. So soll er unter anderem gesagt haben, dass man nicht alles sehen müsse.

Quelle: n-tv.de