Panorama

Geschäftsmann zerstückelt Polizist erneut wegen Mordes verurteilt

16e19de1b6cd889969be713d6e35692a.jpg

Der Angeklagte Detlev G. (2.v.l.) während des Prozesses.

(Foto: dpa)

Ein Polizist aus Sachsen zerstückelt die Leiche eines Mannes – angeblich auf dessen eigenen Wunsch hin. 2015 wird er wegen Mordes verurteilt. Doch auch Selbstmord wäre möglich, der Fall wird neu aufgerollt. Nun sind die Richter abermals sicher: Es war Mord.

Im zweiten Prozess um den bizarren Tod eines Geschäftsmannes im Osterzgebirge und die Zerstücklung seiner Leiche ist der Angeklagte zu acht Jahren und sieben Monaten Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Landgericht Dresden befand den Kriminalbeamten Detlev G. im Sinne der Anklage des Mordes und der Störung der Totenruhe für schuldig. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der vom Dienst suspendierte Beamte des Landeskriminalamtes Sachsen hat nach Überzeugung der Schwurgerichtskammer den 59-jährigen Wojchiech S. Anfang November 2013 getötet. Danach zerteilte er demnach dessen Leiche und vergrub die Teile im Garten seiner Pension im Gimmlitztal in Sachsen.

Die Männer mit abseitigen Wünschen und Fantasien hatten sich über das Internet in einem "Kannibalen"-Forum kennengelernt. G. hatte den Mordvorwurf stets zurückgewiesen und behauptet, dass sich S. selbst erhängte und er dann wie verabredet dessen Leiche zerteilt habe.

Im April 2015 war G. wegen Mordes zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Die Richter hatten in dem unbedingten Todeswunsch von S. einen außergewöhnlichen Umstand gesehen und von der üblichen lebenslangen Haft Abstand genommen. Verteidigung und Anklage hatten das Urteil später beide angefochten. Der Bundesgerichtshof hob es hinsichtlich des Mordvorwurfs auf und kritisierte, dass eine mögliche Selbsttötung nur unzureichend geprüft worden sei.

Quelle: ntv.de, hul/dpa