Panorama

Drei Monate lang verschwunden Präsidenten-Leiche wieder da

Eine DNA-Analyse bestätigt: Der jetzt auf dem Friedhof von Strovo gefundene Leichnam ist der des früheren zyprischen Präsidenten Papadopoulos.

CYPRUS_BODY_SNATCHING_NIC101.jpg2286607855859578963.jpg

Der Leichnam des früheren Zypern-Präsidenten Papadopoulos wurde aus dem Grab im Vorort Deftera der Insel-Hauptstadt Nikosia gestohlen.

(Foto: AP)

Knapp drei Monate nach der spektakulären Grabschändung ist die Leiche des früheren zyprischen Präsidenten Tassos Papadopoulos wieder aufgetaucht.

Die Polizei hat einen auf der Mittelmeerinsel gefundenen Leichnam als denjenigen des Ex-Präsidenten identifiziert. Wie ein Polizeisprecher mitteilte, wurde das durch eine DNA-Analyse bestätigt. Die sterblichen Überreste seien auf einem Friedhof des Vororts Strovo gefunden worden.

Das zyprische Fernsehen zeigte am Abend Bilder von Papadopoulos Tochter Anastasia, wie sie mit Tränen in den Augen vom Friedhofsgelände kam. Sie soll am Fundort Gegenstände erkannt haben, die zusammen mit der Leiche ihres Vaters beigesetzt worden waren, hieß es.

Drei Festnahmen

13295352.jpg

Tassos Papadopoulos war von 2003 bis 2008 Präsident Zypern.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Der Diebstahl der Leiche des vor gut einem Jahr gestorbenen Ex-Präsidenten hatte Anfang Dezember viele Rätsel aufgegeben. Inzwischen wurden drei Verdächtige festgenommen. Die drei Männer würden nun im Zusammenhang mit dem Verschwinden der Leiche verhört, teilte die Polizei mit. Nach einem Bericht des öffentlichen Fernsehens soll es sich bei einem der Verdächtigen um einen indischen Staatsbürger handeln, der sich mit einem gefälschten bulgarischen Pass in Zypern aufhielt. Der Mann soll demnach geständig sein und seine zwei Komplizen belasten.

Der Diebstahl des einbalsamierten Leichnams in der Nacht zum 11. Dezember vergangene Jahres hatte Spekulationen ausgelöst, fanatische Anhänger Papadopoulos hätten den von ihnen verehrten Politiker "retten" wollen, bevor die Republik Zypern durch den Anschluss des türkischen Teils "vernichtet" werde. Papadopoulos galt als Hardliner. Er hatte sich vehement gegen eine Wiedervereinigung der geteilten Insel gesperrt. In anderen Berichten war von Lösegeldforderungen der Grabschänder die Rede. Eine offizielle Bestätigung gab in beiden Fällen nicht. Papadopoulos' Angehörige versicherten, bei ihnen seien keine Lösegeldforderungen eingegangen.

Papadopoulos war von 2003 bis 2008 zyprischer Präsident. Nach seinem Tod im Dezember 2008 wurde er auf einem kleinen Friedhof in Deftera am Stadtrand von Nikosia beigesetzt.

Quelle: n-tv.de, AFP/dpa