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Bekam Post von heimlichen Priester-Frauen: Papst Franziskus.
Bekam Post von heimlichen Priester-Frauen: Papst Franziskus.(Foto: imago/Ulmer/Lingria)
Montag, 19. Mai 2014

Pikantes Schreiben an den Papst: Priester-Geliebte fordern: Zölibat abschaffen

Von "leidenden Seelen" und "Narben fürs Leben" ist die Rede. In einem dramatischen Brief wenden sich 26 Frauen, die alle eine Liebesbeziehung zu einem Priester unterhalten, an Papst Franziskus - und fordern in einem emotionalen Appell das Ende des Zölibat.

"Lieber Papst Franziskus, wir sind eine Gruppe von Frauen aus allen Teilen Italiens (und darüber hinaus), die Ihnen schreibt, um die Mauer des Schweigens und der Gleichgültigkeit, mit denen wir jeden Tag konfrontiert sind, zu brechen. Jede von uns führte oder führt eine Liebesbeziehung mit einem Priester, in den sie verliebt ist." Mit diesen Worten beginnt ein offener Brief, gerichtet an das Oberhaupt der katholischen Kirche, Papst Franziskus.

In dem Brief, der vom Internet-Portal "Vatican Insider" veröffentlicht wurde, beschreiben 26 Frauen das Leiden, das eine solche geheime Affäre mit sich bringt. Von "großem Schmerz" ist die Rede, von "einer leidenden Seele" und einer "Narbe fürs Leben". "Wir lieben diese Männer, und sie lieben uns", so die Frauen, die behaupten, für viele zu sprechen. Sie seien nur eine kleine "Stichprobe" einer großen Gruppe Frauen, die "in der Stille leben". Mit dem Brief fordern die heimlichen Geliebten den Papst auf, den Zölibat für katholische Priester aufzugeben. Sie wünschten, dass diese Männer weiterhin ihre Berufung als Priester ganz ausfüllen könnten. Aber die Geheimhaltung schaffe eine heuchlerische Situation, die frustrierend sei.

Die Alternativen seien derzeit nur, auf das Priestertum zu verzichten oder mit der geheimen Liebe zu leben. Ein Pfarrer, der seine Berufung nicht wegen einer Ehe aufgeben müsse und von Frau und Kindern gestützt werde, könne "Jesus und der Gemeinde" besser dienen, argumentieren die Unterzeichnerinnen. "Etwas könnte sich ändern, nicht nur für uns, sondern für das Wohl der ganzen Kirche", schrieben sie. "Wir hoffen von ganzem Herzen, dass du unsere Liebe segnest."

Franziskus war selbst verliebt

Die Forderung der Briefeschreiberinnen scheint so abwegig nicht. Er selbst sei als junger Seminarist einmal so verliebt gewesen, dass sich ihm "der Kopf drehte", heißt es in einem Buch, das ein Gespräch zwischen Franziskus, damals noch Kardinal in Buenos Aires, und dem Rabbiner Abraham Skorka wiedergibt. Darin erklärte Jorge Mario Bergoglio: "Derzeit bin ich für die Beibehaltung des Zölibats, mit allem pro und kontra, das damit zusammenhängt", denn in den zehn Jahrhunderten überwögen die positiven Erfahrungen. Freilich handele es sich um eine "Frage der Disziplin und nicht des Glaubens."

Ein Doppelleben von Klerikern lehnte Bergoglio ab. "Als ein Priester mir sagte, eine Frau sei durch ihn schwanger, habe ich ihm deutlich gemacht, dass das natürliche Recht vor seinem Recht als Priester rangiert", sagte er damals. Der betreffene Priester habe daher sein Amt aufgeben müssen, um sich um das Kind zu kümmern.

Quelle: n-tv.de

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