Panorama

Geringe Menge Radioaktivität freigesetzt Probleme am AKW Tsuruga

Erneut macht ein Atomkraftwerk an der japanischen Westküste Probleme. Eine winzige Menge Radioaktivität sei aus dem AKW Tsuruga ausgetreten, teilt der Betreiber mit. Auswirkungen auf die Umwelt gebe es nicht, heißt es. Einem Zeitungsbericht zufolge planen Japan und die USA derweil ein atomares Endlager in der Mongolei.

Zwei Monate nach dem verheerenden Erdbeben in Japan ist in einem Atomkraftwerk im Westen des Landes Strahlung ausgetreten. Das Leck in der Anlage Tsuruga 2 sei geschlossen worden, nachdem eine winzige Menge Radioaktivität freigesetzt worden sei, teilte die Betreiberfirma Japan Atomic Power (Japco) mit. Nach dieser Darstellung gab es keine Auswirkungen auf die Umwelt. Die Ursache war zunächst unklar.

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Tsuruga-Betreiber Japco versichert, es gebe keine Auswirkungen auf die Umwelt.

(Foto: REUTERS)

An dem AKW hatte es erst vor eine Woche Probleme gegeben, Substanzen im Kühlwasser des Reaktors hatten auf defekte Brennelemente hingewiesen. Der Meiler wurde zeitweise heruntergefahren. Ein Mitarbeiter der japanischen Atomsicherheitsbehörde NISA hatte anschließend versichert: "Es gibt keine Auswirkungen auf die Umwelt." Das AKW Tsuruga 2 steht an der Westküste Japans, wo es anders als an der Pazifikküste keine schweren Zerstörungen durch das Erbeben am 11. März gab.

Derweil meldete der Betreiber auch aus dem Anfang März durch Erdbeben und Tsunami schwer beschädigten AKW Fukushima 1 erhöhte radioaktive Werte. In Gebäude von Reaktor 1 hat Tokyo Electric Power (Tepco) bis zu 700 Millisievert pro Stunde gemessen. Das meldet die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf einen Tepco-Bericht. Dort, wo Arbeiter hatten, war die radioaktive Belastung zuletzt auf 10 bis 70 Millisievert pro Stunde gesunken. Der Grund für die erhöhten Werte war zunächst nicht bekannt.

Reaktoren werden vorerst stillgelegt

Der drittgrößte japanische Energiekonzern Chubu Electric Power gab unterdessen bekannt, mehrere Reaktoren der Atomanlage Hamaoka an der Pazifikküste vorübergehend stillzulegen. Die Reaktoren 4 und 5 würden so schnell wie möglich heruntergefahren. Reaktor 3 bleibe außer Betrieb, teilte das Unternehmen mit. Der Betrieb könne wiederaufgenommen werden, wenn eine Schutzwand gegen Tsunamis gebaut sei.

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Zwei Reaktoren von Hamaoka sollen vorübergehend stillgelegt werden.

(Foto: REUTERS)

Ministerpräsident Naoto Kan hatte den Energiekonzern bereits zu dem Schritt gedrängt. Die Aktie des Unternehmens gab daraufhin 14 Prozent ihres Wertes ab. Hamaoka liegt auf halbem Wege zwischen den Millionenstädten Yokohama und Nagoya. Chubu Electric will nach eigenem Bekunden trotz der Einschränkungen Stromabschaltungen verhindern.

Endlager in der Mongolei geplant

Derweil berichtet eine japanische Zeitung, dass Japan und die USA den Bau eines unterirdischen Atommüll-Endlagers in der Mongolei erwägen. Die Regierungen der drei Länder wollten das Vorhaben wegen möglicher Bedenken der mongolischen Bevölkerung und der mächtigen Nachbarländer Russland und China im Geheimen aushandeln, berichtete die Zeitung "Mainichi Shimbun" unter Berufung auf namentlich nicht genannte Unterhändler. Die Verhandlungen hätten im September auf Initiative des stellvertretenden US-Energieministers Daniel Poneman begonnen.

Die Pläne sehen dem Bericht zufolge den Bau eines mehrere hundert Meter tiefen Endlagers vor. Das zentralasiatische Land solle im Gegenzug technische Unterstützung der Atomindustrien in Japan und den USA erhalten, hieß es ohne nähere Erläuterung weiter. Der Bericht konnte zunächst nicht bestätigt werden.

Quelle: ntv.de, rts/dpa/AFP

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