Panorama

Prozess in Spanien Anwältin beteuert Unschuld von Ex-Rockerboss Hanebuth

220925783.jpg

Der Hannoveraner steht unter anderem wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung vor Gericht.

(Foto: picture alliance/dpa)

Artikel anhören
Diese Audioversion wurde mit Sprachproben unserer Moderatoren künstlich generiert.
Wir freuen uns über Ihr Feedback zu diesem Angebot.

Auf einen Deal mit der Staatsanwaltschaft in Madrid lässt sich der ehemalige Hells Angel Frank Hanebuth bei seinem Prozess nicht ein - im Gegensatz zu mehreren anderen Angeklagten. Seine Anwältin glaubt an dessen Unschuld - und prangert die angeblich illegalen Ermittlungen an. Und dann fehlt auch noch ein wichtiger Zeuge.

Im Strafprozess gegen den früheren Rocker-Boss Frank Hanebuth in Spanien hat die Anwältin des Deutschen die Unschuld ihres Mandanten beteuert und die Ermittlungen angeprangert. Das Abhören der Telefone von Hanebuth und von weiteren mutmaßlichen Ex-Mitgliedern der Motorradgang Hells Angels sei nicht gesetzeskonform gewesen, weil sie nach einer Anzeige wegen Körperverletzung in einem leichten Fall angeordnet worden seien, sagte Ana Madera vor dem Nationalen Staatsgerichtshof in Madrid. "Und das kann man nicht machen", meinte die Anwältin des 58-Jährigen aus Hannover.

Madera hob auch hervor, dass ihr Mandant nicht vorbestraft sei. Zudem sei der Hauptzeuge D.H., der mehrere Angeklagte auf einem Foto als seine Nötiger erkannt haben will, nicht auffindbar.

Den "Höllenengeln" um den 2013 auf Mallorca festgenommenen Hanebuth wird unter anderem Bildung einer kriminellen Vereinigung, Bedrohung, Zuhälterei und Drogenhandel vorgeworfen. Die Straftaten sollen alle zwischen 2009 und 2013 auf der spanischen Urlaubsinsel begangen worden sein.

Hanebuth lässt sich nicht auf Deal mit Staatsanwaltschaft ein

Der Prozess soll bis zum 10. Februar laufen. Die Verkündung des Strafmaßes erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt. Der Mammut-Prozess hatte mit vierstündiger Verzögerung begonnen, weil die Staatsanwaltschaft Deals mit den Anwälten von 34 der insgesamt 49 Angeklagten schloss. Gegen Schuldeingeständnisse erhielten diese zum Teil deutliche Strafmilderungen. Hanebuth habe derweil keinen Deal angestrebt, weil er sich für unschuldig halte, sagte Madera. Der knapp zwei Meter große Ex-Boxer hatte sich vor Verhandlungsbeginn gelassen gegeben und gesagt, er habe nichts zu befürchten. "Ich bin froh, dass es endlich losgeht."

Hanebuth war im Sommer 2013 auf Mallorca zusammen mit vielen anderen mutmaßlichen Motorrad-Rockern bei einer spektakulären Razzia festgenommen worden. Nach zwei Jahren hinter Gittern wurde er 2015 gegen eine Kaution von 60.000 Euro aus der U-Haft in Cádiz entlassen. Erst 2017 durfte er Spanien wieder verlassen. Er kehrte damals nach Deutschland zurück. In Deutschland hat sich Hanebuth vor Gericht bisher nie derart gravierenden Vorwürfen stellen müssen wie in Spanien.

Quelle: ntv.de, rog/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen