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Orangensaft getrunken - Job weg Putzfrau ficht Kündigung an

Eine Putzfrau kämpft vor Gericht gegen ihre Kündigung - ihr Arbeitgeber behauptet, sie habe eine Flasche Orangensaft von ihrer Arbeitsstelle mitgehen lassen. Die 32-Jährige will nur einige Schlucke genommen haben.

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(Foto: picture-alliance/ dpa)

Eine 32-jährige Baden-Badenerin hat ihren Arbeitsplatz als Putzfrau verloren - und das wegen eines Streits um eine Flasche. Die Frau klagt dagegen. Sie behauptet, sie habe nach ihrem Putzdienst beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) lediglich einen Schluck aus einer bereits offenen Flasche Orangensaft genommen. Das Reinigungsunternehmen entließ sie, weil es hieß, die Frau habe eine volle Flasche von ihrer Putzstelle mitgenommen.

Bei einem Gütetermin vor dem Arbeitsgericht konnten sich die Parteien nicht einigen. Die Richterin hatte vorgeschlagen, die Klägerin an einen anderen Kunden zu vermitteln. Das lehnte ihr bisheriger Arbeitgeber ab. Nun wird der Fall am 12. Oktober verhandelt.

"Ob sich die eine oder die andere Version bestätigt, ist ausschlaggebend: Hat sie nur ein paar Schlucke aus einer angebrochenen Flasche genommen, ist das für mich noch kein Kündigungsgrund", erklärte der zuständige der Richter am Arbeitsgericht Karlsruhe. Besonders heikel sei jedoch, dass sich die Frau bei einem Kunden ihres Arbeitgebers bedient habe. In den vier Jahren ihrer Anstellung sei es jedoch nie zu arbeitsrechtlichen Problemen gekommen, betonte ihre Anwältin im "Badischen Tagblatt".

DRK bat um Versetzung

Das DRK stritt jede direkte Involvierung in die Kündigung ab. Der DRK-Blutspendedienst habe die Kündigung der Reinigungskraft "zu keinem Zeitpunkt veranlasst". Man habe lediglich gebeten, die Frau nicht mehr beim Blutspendedienst einzusetzen, "zumal in der Vergangenheit mehrere kleinere Diebstähle festgestellt worden waren, die nicht aufgeklärt werden konnten".

Schlagzeilen machte im Juli 2009 der Streit um die gekündigte Berliner Supermarkt-Kassiererin "Emmely", die zwei Pfandmarken im Wert von 1,30 Euro unterschlagen haben soll. Der Streit wurde bis zur höchsten Instanz ausgefochten - und die Frau siegte. "Emmely" bekommt für die zwei Jahre, über die sich die Verhandlung hinzog, ihren Lohn nachgezahlt. Im Gegensatz zu "Emmely", die sich in über 30 Jahren bei ihrem Arbeitgeber nichts zuschulden hatte kommen lassen, sei die Baden-Badener Klägerin aber jünger und noch nicht so lange bei ihrem Unternehmen beschäftigt gewesen, sagte der Richter.

Quelle: ntv.de, dpa

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