Panorama

Zwei Erklärungen möglich RKI: Unklar, warum Inzidenz nicht mehr stark steigt

Eine medizinische Mitarbeiterin hält einen Tupfer für einen Abstrich für einen Corona-Test in der Hand. Foto: Moritz Frankenberg/dpa/Symbolbild

Regional könnten die Labore das Limit erreicht haben, schreibt das RKI.

(Foto: Moritz Frankenberg/dpa/Symbolbild)

Nach einem Höchststand zum Wochenbeginn geht die Corona-Inzidenz bundesweit leicht zurück. Beruhigt sich das Infektionsgeschehen wieder? Das RKI beschreibt das in seinem aktuellen Wochenbericht als eine Möglichkeit. Doch auch eine andere, weniger erfreuliche Erklärung sei denkbar.

Der rasante Anstieg der bundesweiten Inzidenz in den vergangenen Wochen hat sich abgeschwächt - zuletzt sank sie sogar leicht. Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) gibt es jedoch keine eindeutige Erklärung für den Trend. Es könne zwar "ein erster Hinweis auf eine sich leicht abschwächende Dynamik" bei den Infektionen sein, schreibt das RKI in seinem aktuellen Wochenbericht. Regional könne es aber ebenso auf "die zunehmend überlasteten Kapazitäten im öffentlichen Gesundheitsdienst und die erschöpften Laborkapazitäten zurückzuführen sein". Der Infektionsdruck in der Bevölkerung sei auch in der vergangenen Woche hoch geblieben.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz war zuletzt zum dritten Mal in Folge leicht gesunken. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen zuletzt mit 439,2 an. Am Montag war der für die Pandemie bisher höchste Stand von 452,4 erreicht worden, in den folgenden Tagen sank der Wert leicht. Vor einem Monat lag die Inzidenz noch bei 154,5.

Die wöchentlich steigende Zahl an PCR-Tests und der zunehmende Bedarf an Sequenzierungen führe zu einer immer stärkeren Belastung der Labore, so das RKI. "In einigen Regionen befinden sich Labore an den Grenzen ihrer Auslastung." Die Behörde rät daher dazu, kritisch zu prüfen, in welchen Fällen noch PCR-Tests durchgeführt werden sollten. Als Beispiel nannte sie die Begrenzung von PCR-Tests, mit denen Kontaktpersonen ihre Quarantänezeit verkürzen können. In bestimmten Fällen solle zudem stattdessen auf "hochwertige Antigenschnelltests" zurückgegriffen werden.

Auch zur neuen Omikron-Variante informierte das RKI: In Deutschland wurden demnach bis zum Mittwoch vier Fälle mit der als "besorgniserregend" eingestuften Variante (VOC) bestätigt, die zuerst im südlichen Afrika entdeckt wurde. "Bei allen durch Genomsequenzierung bestätigten Fällen handelt es sich um Reiserückkehrer aus Südafrika", schreibt das RKI. Die vier Menschen seien allesamt geimpft, keiner von ihnen musste bislang zur Behandlung ins Krankenhaus, hieß es weiter. Alle zeigten nur milde Symptome.

Bei acht weiteren Fällen in Deutschland bestehe ein Verdacht auf Omikron, diese würden aktuell durch Genomsequenzierung überprüft, so das RKI. Experten gehen jedoch von einem bereits darüber hinausgehenden Vorkommen aus. Laut der EU-Gesundheitsbehörde ECDC wurden bis zum Donnerstagnachmittag in Deutschland zehn Omikron-Fälle bestätigt, hieß es im Omikron-Update des ECDC. Insgesamt wurden demnach in der EU bisher 77 Fälle in 13 Ländern sowie zwei in den Nicht-EU-Ländern Norwegen und Island nachgewiesen.

Quelle: ntv.de, kst

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