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Stromausfall im Münsterland RWE zahlt Entschädigung

Der Härtefallfonds des Energieversorgers RWE hat die ersten Beträge für Opfer des Stromausfalls im Münsterland bewilligt. Es seien 200 Anträge von Bürgern aus den Kreisen Steinfurt, Borken und Coesfeld bearbeitet und 30.000 Euro Soforthilfe bewilligt worden, berichtete die Bezirksregierung Münster am Freitag. Zurzeit gebe es keine weiteren unerledigten Anträge.

RWE hatte fünf Million Euro für den Härtefallfonds zur Verfügung gestellt. Die höchste bisher ausgezahlte Summe von 4.000 Euro erhielt ein in seiner Existenz gefährdeter Landwirt. Die meisten Bürger baten jedoch nur um kleine Summen bis zu 150 Euro.

Ein Pflegedienst erhielt 1.500 Euro, weil er auf Grund des Stromausfalles sein Personal rund um die Uhr arbeiten lassen musste und noch fremde Kräfte hinzugezogen hatte. Die zusätzlichen Personalkosten für dieses Wochenende hätten das noch junge Unternehmen an den Rand der Insolvenz gebracht, teilte die Bezirksregierung mit.

Eine arbeitslose Mutter mit mehreren Kindern hatte bereits für das Weihnachtsfest eingekauft: Die Waren in der Tiefkühltruhe waren nach dem Stromausfall verdorben. Die Mutter bat den Fonds um 67 Euro, damit Weihnachten für sie und ihre Kinder nicht allzu traurig würde. Der Betrag wurde ohne große Diskussion bewilligt.

Eine Frau, die für die Gäste ihrer Geburtstagsfeier kurzerhand Essen bei einem Partyservice bestellt hatte, weil die für das Fest eingekauften tiefgefrorenen Leckereien für die Feier verdorben waren, scheiterte dagegen mit dem Antrag um Erstattung der Kosten. Da aus dem Schreiben nicht ersichtlich geworden sei, dass die zusätzlichen Kosten die Familie in eine Notlage gebracht hätten, habe das Gremium den Antrag abgelehnt, berichtete die Bezirksregierung.

Ausdrücklich erinnerte die Behörde daran, dass der Härtefallfonds nicht nur Privatpersonen helfe, sondern auch Gewerbetreibenden und Bauern. Dabei gelte jedoch ebenfalls der Grundsatz, dass sich der Antragsteller wegen der Schäden in einer existenziellen Notlage befinden und dringend auf finanzielle Hilfe angewiesen sein müsse.

Quelle: n-tv.de

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