Panorama

Tod durch Steinigung Rabbiner-Gericht verurteilt Hund

Ultra-orthodoxe Juden verbrennen zur Vorbereitung des Pessach-Fests gesäuerte Teigwaren.

Ultraorthodoxe Juden identifizierten in dem Hund die Seele eines Anwalts.

(Foto: AP)

Ein großer wilder Hund sorgt in einem Rabbiner-Gericht für Aufregung. Nicht nur, dass Hunde im Judentum an sich als "unreine Tiere" gelten. In diesen speziellen Hund soll auch noch die Seele eines nicht-frommen Anwalts gefahren sein. Dies ruft die Richter auf den Plan.

Ein rabbinisches Gericht im ultraorthodoxen Jerusalemer Viertel Mea Schearim hat offenbar einen wilden Hund zum Tode durch Steinigung verurteilt. Nach Angaben einer ultraorthodoxen Internetseite kam der große Hund zum Gerichtsgebäude, verschreckte die Anwesenden und verließ dann das Gebäude nicht.

Dem Bericht zufolge erinnerte sich einer der rabbinischen Richter, dass ein nicht-frommer berühmter Anwalt das religiöse Gericht vor etwa zwanzig Jahren zutiefst beleidigt habe. Die Richter hätten damals jenem inzwischen verstorbenen Anwalt gewünscht, dass seine Seele per Seelenwanderung in einen unreinen Hund wandern möge. Trotz der verstrichenen Zeit identifizierte nun offenbar einer der Anwesenden im Gericht die Seele des Anwalts in jenem Hund. Daraufhin, so heißt es in dem Bericht weiter,  verurteilte der Richter, Rabbi Abraham Dov Levin, den Hund zum Tode durch Steinigung "bis seine Seele entflüchtet". Kinder des ultraorthodoxen Viertels seien gerufen worden, um das Todesurteil zu vollstrecken. Dazu sei es allerdings nicht gekommen, weil der Hund, der im Judentum als "unreines Tier" gilt, rechtzeitig habe entkommen können.

Die Zeitung Jedijot Achronot prüfte die Angaben. Richter Levin dementierte demnach die ganze Geschichte, doch einer der Gerichtsdiener bestätigte, dass ein Todesurteil ausgesprochen worden sei, weil jener inzwischen verstorbene Anwalt dem Gericht eine "schwere Beleidigung" beigefügt habe. Es sei jedoch kein offizielles Urteil ausgesprochen worden. Vielmehr seien die Kinder gerufen wurden, den Hund durch Steinwürfe zu vertreiben und der in den Hund gewanderten Seele eine gebührende Lehre zu erteilen.

Die Jerusalemer Stadträtin und Gesellschaftsaktivistin Rachel Asariah forderte in einem dringenden Brief den Generalstaatsanwalt Israels, "jene Verbrecher zu bestrafen". Die Tierfreund-Organisation "Lasst die Tiere leben" verkündete, bei der Polizei eine Beschwerde gegen Rabbi Abraham Dov Levin wegen Tierquälerei einreichen zu wollen.

Der Nahe Osten ist sein Metier. Ulrich W. Sahm berichtet seit Mitte der 1970er Jahre aus der Region. Er ist immer auf der Suche nach der Geschichte hinter der Nachricht.

Quelle: ntv.de

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.