Panorama

Jenseits von Fukushima Radioaktivität breitet sich aus

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Fukushima bleibt eine Zeitbombe.

(Foto: REUTERS)

60 Kilometer entfernt vom AKW Fukushima wird stark erhöhte Radioaktivität gemessen. Der Wert liegt 30-fach über dem Grenzwert. Damit wird der Ruf nach einer erheblich größeren Sicherheitszone um das havarierte AKW wieder lauter.

Ein unabhängiges Expertenteam hat in der japanischen Präfektur Fukushima weit außerhalb der Sicherheitszone rund um die havarierte Atomanlage eine hohe Konzentration an Radioaktivität im Boden entdeckt. Wie die Studie eines Radiologen und mehrerer Bürgergruppen ergab, wurden in Bodenproben rund 60 Kilometer von dem Werk entfernt Belastungen mit radioaktivem Cäsium von bis zu 307.000 Becquerel pro Kilogramm entdeckt. Der von der Regierung zulässige Höchstwert liegt bei 10.000 Becquerel pro Kilogramm Boden.

Die Radioaktivität könne von dem havarierten Atomkraftwerk stammen, erklärten die Experten. Sie forderten die zentrale sowie regionale Regierungen auf, Kinder und Schwangere aus der Region in Sicherheit zu bringen und das Gebiet zumindest zu einer freiwilligen Evakuierungszone zu erklären.

, die allesamt zwischen 20 und 30 Kilometer entfernt liegen. Die Sperrzone in einem Umkreis von 20 Kilometern rings um Fukushima bleibt aber bestehen.

Veränderte Hormonwerte bei Kindern

Zuvor war bekannt geworden, dass bei mehreren Kindern aus der Umgebung des havarierten Kernkraftwerks Fukushima hormonelle Unregelmäßigkeiten festgestellt wurden. Insgesamt 130 Mädchen und Jungen bis 16 Jahre seien auf ihre Schilddrüsenfunktion untersucht worden, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo. Zehn von ihnen wiesen demnach veränderte Hormonwerte auf.

"Wir können derzeit nicht sagen, dass die Kinder krank sind. Aber sie müssen über einen längeren Zeitraum beobachtet werden", sagte ein Sprecher der Tschernobyl-Stiftung in Japan. Diese hatte die Untersuchungen zusammen mit dem Shinshu-Universitätsklinikum organisiert. Nach einem Atomunfall besteht die Gefahr, dass sich freigesetztes radioaktives Jod in der Schilddrüse anreichert. Dort kann es schwere Krankheiten wie Krebs auslösen.

Am 11. März waren Fukushima und angrenzende Provinzen im Nordosten Japans von einem Erdbeben der Stärke 9,0 und einem Jahrhundert- Tsunami heimgesucht worden. Mehr als 15.000 Menschen starben. In dem Kernkraftwerk Fukushima Daiichi kam es zu Kernschmelzen. Aus der Anlage entweicht weiter Radioaktivität, wenngleich erheblich weniger als zu Beginn der Katastrophe.

Quelle: ntv.de, AFP/dpa

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