Panorama

Missglückter Experimentalflug Rakete kracht ins Kinderzimmer

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Die Bruchlandung in der Kinderzimmerwand hat auch einen Stromkasten beschädigt.

(Foto: dpa)

Der Testflug einer Modellrakete misslingt gänzlich, denn statt der geplanten Landung rast das Fluggeschoss durch eine Kinderzimmerdecke. Die Studenten, die seit Jahren derartige Raketenstarts veranstalten, suchen nach einer Erklärung.

Eine Experimentalrakete von Studenten der Technischen Universität Braunschweig ist bei einem missglückten Flug in das Kinderzimmer eines Wohnhauses in Leiferde im Landkreis Gifhorn eingeschlagen. Wie die Polizei und der Arbeitskreis der Studenten mitteilten, kam bei dem Zwischenfall niemand zu Schaden. Die Bewohner seien zu dem Zeitpunkt nicht zu Hause gewesen, sagte ein Sprecher der Polizeinspektion Gifhorn.

Die Studenten hatten ihre Rakete laut Polizei zu einem genehmigten und mit der Flugsicherung abgesprochenen Flug auf einem Modellflugplatz in Hillerse gestartet. Dabei sei diese außer Kontrolle geraten. Die Gründe dafür seien unklar, teilte die Studentenvereinigung mit. Man wolle den Fall jedoch untersuchen.

Der Polizei zufolge durchschlug der kleine Flugkörper das leicht gebaute Wellplatten-Flachdach. Teile davon blieben in der Kinderzimmerwand stecken, andere wurden über das Zimmer verstreut. Auch ein Sicherungskasten wurde von der Wand gerissen, so dass der Strom ausfiel.

Strafe droht nicht

Vermutlich handele es sich um eine Rakete einer studentischen Arbeitsgemeinschaft, sagte eine Sprecherin der Hochschule. Demnach war das Leichtbaugeschoss 1,60 Meter hoch und rund acht Kilogramm schwer. Diese mit Fallschirmen gesicherten Raketen erreichten eine Höhe von etwa 1000 Metern und gingen in einem Radius von 800 Metern nieder.

Nach Angaben des Polizeisprechers wird der Fall keine strafrechtlichen Ermittlungen nach sich ziehen. Es handle sich um fahrlässige Sachbeschädigung, die jedoch nicht strafbar sei. Die Rakete gehört der Experimental-Raumfahrt-Interessen-Gemeinschaft (ERIG), einem Zusammenschluss von Studenten und Lehrenden der TU Braunschweig. Sie bauen studienbegleitend als eine Art Hobby Raketen, um sich genauer mit der Technik zu befassen. Außerdem arbeiten sie an Miniatur-Satelliten.

Quelle: ntv.de, lsc/AFP/dpa

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