Panorama

Hinrichtung einer Schwarzen gestoppt Rassismusvorwurf wird geprüft

In Texas sollte eine Frau hingerichtet werden, weil sie aus Habgier gemordet haben soll. Die Vollstreckung wird verschoben. In dem Prozess vor 15 Jahren saßen nur Weiße, die über das Schicksal der Schwarzen entscheiden sollten. Die Verteidigung sieht darin eine Diskriminierung und will den Fall neu aufrollen.

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Kimberly McCarthy kann wieder hoffen.

(Foto: AP)

Im US-Bundesstaat Texas ist die Hinrichtung einer 51-jährigen s chwarzen Gefangenen kurzfristig verschoben worden. Wenige Stunden vor dem Hinrichtungstermin entschied ein Bezirksgericht, dass die Vollstreckung der zuletzt 2002 bestätigten Todesstrafe gegen Kimberly McCarthy durch eine Giftspritze auf Anfang April verschoben werde.

Die Verteidigung McCarthys zeigte sich zufrieden, dass mit der Verschiebung der Hinrichtung die Möglichkeit gegeben sei, "Diskriminierung" bei der Auswahl der Geschworenen in dem Mordprozesss zu beweisen. In dem Schwurgericht hätten fast ausschließlich Weiße gesessen, argumentieren McCarthys Verteidiger. McCarthy wurde erstmals im November 1998 für den Mord an einer 71-jährigen pensionierten Lehrerin bei Dallas verurteilt. Nach den Feststellungen der Justizbehörden hatte sie die alte Dame erstochen, um sich deren Besitz anzueignen. Sie soll die Tat unter Drogeneinfluss verübt haben.

Die Vollstreckung der Todesstrafe gegen Frauen ist in den USA sehr selten. Seit der Wiedereinführung der Todesstrafe 1976 wurden zwölf Frauen hingerichtet, der letzte Fall ereignete sich 2010. Im Bundesstaat Texas, in dem seit 1976 insgesamt 493 zum Tode Verurteilte hingerichtet wurden, waren darunter drei Frauen.

Quelle: n-tv.de, AFP

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