Panorama
Mittwoch, 26. Januar 2011

Hoch gepokert und verloren: Ritter zu Guttenberg kommt nicht

Pleiten, Pech und Pannen beim Orden "Wider den tierischen Ernst" reißen nicht ab. Beim neuen Ordensritter Karl-Theodor zu Guttenberg haben die Aachener hoch gepokert - und verloren. Der Minister steigt nicht in die Bütt', er sagt seine Teilnahme ab.

AKV Präsident Horst Wollgarten hat ein kleines Problem.
AKV Präsident Horst Wollgarten hat ein kleines Problem.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Hoch gepokert und verloren: Der Aachener Karnevalsverein (AKV) weiß jetzt, wie sich das anfühlt. Ordensritter Karl-Theodor zu Guttenberg hat abgesagt. Als Grund nannte der Bundesverteidigungsminister "die jetzt absehbare Lage in Afghanistan". Der AKV ging am Dienstagabend mit der Nachricht an die Öffentlichkeit. Vor der großen Fernsehsitzung am 19. Februar ist das eine Katastrophe, auch wenn das so deutlich niemand sagt. Pleiten, Pech und Pannen beim Orden wider den tierischen Ernst reißen nicht ab.

Humor hat er: Guttenberg nach seiner Rede beim politischen Gillamoos-Frühschoppen im einem Bierzelt in bayerischen Abensberg zur Darbietung einer lokalen AC/DC-Coverband. (Archivbild 07.09.2009)
Humor hat er: Guttenberg nach seiner Rede beim politischen Gillamoos-Frühschoppen im einem Bierzelt in bayerischen Abensberg zur Darbietung einer lokalen AC/DC-Coverband. (Archivbild 07.09.2009)(Foto: picture alliance / dpa)

Beim Aachener Karnevalsverein lief es in den vergangenen Jahren nicht so gut. Die nicht mehr ganz so frische Rede von Ritter Jürgen Rüttgers, die Werbe-Offensive bei Air-Berlin-Ritter Joachim Hunold, die abgekupferte Rede von Ritter Friedrich Merz, Ärger mit der ARD, die beste Sendezeit verloren - all dies hat am Image genagt. Da kam Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) den Aachenern wohl vor wie der "weiße Ritter": Politiker, erfolgreich, beliebt, charmant. Für den Orden muss er in die Bütt'. An seiner Seite Ehefrau Stephanie. Das versprach Glamour, Medieninteresse, Quote. So dachte man noch bei seiner Nominierung vor fünf Monaten.

Zu Guttenberg sagte zu, ließ sich aber ein Hintertürchen offen: "Es war problematisch, weil wir die Vorgabe von Berlin hatten, wenn etwas dazwischen kommt in Afghanistan oder es einen anderen Vorfall gibt, dann wird der Minister einen Knappen schicken und nicht selber kommen", sagt der neue AKV-Präsident Werner Pfeil.

Springt Stephanie ein?

Auch Guido Westerwelle war schon dabei. Er war der 51. Ritter des Ordens "Wider den tierischen Ernst".
Auch Guido Westerwelle war schon dabei. Er war der 51. Ritter des Ordens "Wider den tierischen Ernst".(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die Bundeswehr-Affären machten jetzt allen einen Strich durch die Rechnung. Zu Guttenberg geriet politisch immer mehr unter Druck. "Je schwieriger die Situation für ihn wurde, desto zurückhaltender wurde man in Berlin", sagt Pfeil. Dann die Absage: "Zu meinem aufrichtig größten Bedauern wird die jetzt absehbare Lage in Afghanistan es mir unmöglich machen, die so ehrenvolle Auszeichnung persönlich entgegen zu nehmen. Ich weiß, dass die Absage für Sie in vielerlei Hinsicht mit größten Schwierigkeiten verbunden ist, ich hoffe gleichwohl auf Ihr Verständnis", schrieb der Minister nach Angaben des Vereins.

Spekuliert wurde schon über Ehefrau Stephanie als Ersatz. Den Knappen, der ihn vertritt, muss zu Guttenberg vorschlagen. "Eine Entscheidung wurde kurzfristig zugesagt vom Ministerium, aber bisher haben wir keine", sagt Pfeil.

Quelle: n-tv.de