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Boxer entreißt Freundin das Handy Rocchigiani muss blechen

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Graciano Rocchigiani ist sich keiner Schuld bewusst.

dpa

Dass Graciano Rocchigiani nicht zimperlich ist, hat er früher im Ring bewiesen. Dass er es auch im Privatleben ist, kann die Angestellte eines Berliner Wirtshauses bestätigen. Sie beobachtet einen Streit zwischen ihm und einer Freundin, und sieht, wie ruppig er vorgeht. Ein Gericht verurteilt den heutigen Trainer jetzt zu einer Geldstrafe wegen Nötigung.

Der frühere Boxweltmeister Graciano Rocchigiani ist wegen Nötigung zu 3600 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Nach Überzeugung von Richterin Monika Pelcz an einem Berliner Amtsgericht hatte der gebürtige Duisburger im Juli 2011 einer Bekannten nach einem Streit in einem Wirtshaus im Grunewald ihr Handy entrissen.

Der zurzeit arbeitslose Boxtrainer hüllte sich während der Gerichtsverhandlung in Schweigen. Erst in seinem Schlusswort äußerte er sich zu den Vorwürfen: "Ich habe nichts gemacht und das war alles", sagte der Angeklagte. Seine Anwältin beantragte Freispruch. Die Hauptbelastungszeugin habe gelogen, erklärte die Verteidigung.

Das Gericht folgte jedoch den Aussagen der Hotelfachfrau. Schon am Vortag habe es Streit zwischen der Zeugin und "Rocky" gegeben, schilderte Richterin Pelcz die Vorgeschichte. Offenbar habe "Rocky" die Freundin mit Pizza beworfen, woraufhin die 30-Jährige die Polizei eingeschaltet habe. Am Tattag sei deswegen Streit entflammt. Die 30-Jährige rief wiederum die Polizei. Danach habe "Rocky" ihr das Handy entrissen und gesagt, "das wirst du noch bereuen".

Als die Beamten mit mehreren Funkwagen zum Wirtshaus anrückten, übergab der Ex-Champion einem Polizisten das Handy. Ein Blutalkoholtest ergab, dass Rocchigiani rund zwei Promille Alkohol im Blut hatte.

Ankläger Hans-Jürgen Dorsch hatte 7200 Euro Geldstrafe gefordert. Der Tatvorwurf sei nicht erheblich, habe aber einen besonderen Einschlag wegen Rocchigianis Vergangenheit. "Rocky" sei mehrfach strafrechtlich in Erscheinung getreten und habe unter Bewährung gestanden, argumentierte der Oberstaatsanwalt. "Rocky" will sich künftig sozial engagieren.

Quelle: n-tv.de, dpa

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