Panorama

Unglück in Brasilien Rohrbruch setzt Teile Rios unter Wasser

Mit unglaublicher Kraft schießen Wassermassen aus dem Leck einer Leitung in Rio de Janeiro und fluten binnen kürzester Zeit ein ganzes Viertel. Ein Mädchen stirbt, 17 Menschen werden verletzt. Die Anwohner sind entsetzt - und wütend auf die Politik.

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Hilfskräfte in einem Haus im betroffenen Viertel: Die Zerstörungskraft des Wassers war enorm.

(Foto: picture alliance / dpa)

Bei einem Wasserrohrbruch sind in Rio de Janeiro gewaltige Mengen Wasser freigesetzt worden. Ein dreijähriges Mädchen starb an den Folgen des Unglücks. Die Kleine sei zwar noch lebend aus den Trümmern ihres eingestürzten Hauses gerettet worden, teilte die brasilianische Feuerwehr mit. Das Kind sei aber im Krankenhaus gestorben, weil es zu viel Wasser geschluckt habe. Mindestens 17 weitere Menschen wurden verletzt.

Der Leitungsbruch verursachte eine 20 Meter hohe Fontäne und überflutete das Viertel Campo Grande westlich von Rio weitflächig. Rund 6000 Liter pro Sekunde strömten aus dem Leck, zerstörten Dutzende Häuser und rissen zahlreiche Autos mit. Mancherorts stand das Wasser nach Angaben der Anwohner bis zu zwei Meter hoch.  Rund 100 Familien mussten ihr Zuhause verlassen. Die Feuerwehr setzte Schlauchboote ein, um die Menschen zu retten. Die Versorgungsbetriebe, die zum Schließen des Lecks über eine Stunde benötigten, sagten, das weite Teile der Stadt für die Zeit der Reparaturarbeiten ohne Wasser und Stromversorgung blieben.

Kurz nach dem Unglück besuchten Rios Bürgermeister, Eduardo Paes, sowie der Gouverneur des Bundesstaates, Sergio Cabral, den Vorort Campo Grande, um sich ein Bild von den Rettungsarbeiten zu machen. Dabei schlugen ihnen jedoch Spott und Proteste entgegen. Anwohner sagten, dass die Gegend häufiger von Überschwemmungen betroffen sei, seit die Behörden zwar etliche Straßen betoniert, sich dabei allerdings nicht um ein angemessenes Abwassersystem gekümmert hätten.

Die Ursache des jetzigen Unglücks ist noch unklar. Möglicherweise seien Bauarbeiten oder eine schlecht ausgeführte Reparatur einer lecken Leitung für den Rohrbruch verantwortlich gewesen, hieß es in Medienberichten. In Rio de Janeiro hatte bis Sonntagabend der Weltjugendtag mit Papst Franziskus stattgefunden.

Quelle: ntv.de, dpa

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