Panorama

Student zu Tode gefoltert Rom wirft Ägyptens Sicherheitsdienst Mord vor

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Die Sonderkommission in Rom macht vier ägyptische Sicherheitsbeamte für den Tod des Studenten verantwortlich.

(Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Ein italienischer Student wird in Ägypten entführt, gefoltert und ermordet. Die italienische Staatsanwaltschaft beschuldigt vier ägyptische Sicherheitskräfte - diese streiten alles ab. Zwischen den Ländern sorgt dieser Fall für Spannungen. Nun legt sich ein Ausschuss in der Schuldfrage fest.

Im Fall des 2016 getöteten italienischen Studenten Giulio Regeni hat ein Parlamentsausschuss in Rom die ägyptischen Sicherheitskräfte für die Tat verantwortlich gemacht. "Die Verantwortung für die Entführung, Folterung und Ermordung" Regenis liege "direkt beim Sicherheitsapparat der Arabischen Republik Ägypten", hieß es in dem Abschlussbericht einer Sonderkommission, die sich zwei Jahre lang mit dem Fall befasst hatte.

Regeni, der an der britischen Universität Cambridge promovierte, war am 25. Januar 2016 in Kairo verschwunden. Neun Tage später wurde er am Rand einer Autobahn aufgefunden. Seine Leiche wies schwere Folterspuren auf. Regeni forschte in Kairo zu ägyptischen Gewerkschaften - in dem nordafrikanischen Land ein brisantes Thema.

Die ägyptische Seite hat die Verwicklung von Sicherheitsdiensten in die Ermordung des 28-Jährigen stets bestritten. Zunächst behauptete sie, Regeni sei bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Später hieß es, er sei das Opfer einer auf die Entführung von Ausländern spezialisierten Bande, die später zerschlagen worden sei.

Prozess scheiterte

Der Umgang mit den Ermittlungen hatte immer wieder zu heftigem Streit zwischen Rom und Kairo geführt. Zuletzt wurde der Prozess gegen vier ägyptische Sicherheitsbeamte wegen des Mordes an dem Doktoranden in Italien zuletzt für unbestimmte Zeit ausgesetzt.

Die Richter entschieden, dass die Verhandlung nicht in Abwesenheit der vier Beschuldigten stattfinden könne, da die Staatsanwaltschaft nicht in der Lage gewesen sei, diese offiziell darüber in Kenntnis zu setzen. Die Angeklagten befinden sich nicht in Italien und die ägyptische Regierung hatte sich geweigert, ihre Kontaktdaten mitzuteilen. Für die Familie des vor fast sechs Jahren getöteten Studenten sei dies eine "bittere" Enttäuschung, sagte deren Anwältin Alessandra Ballerini. "Es ist ein Rückschlag, aber wir werden nicht aufgeben."

Quelle: ntv.de, smu/AFP

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