Panorama

90-Jähriger vor Gericht SS-Mann angeklagt

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Mahnmal für die Opfer der NS-Diktatur auf dem Friedhof Burgwedel.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Frühling 1945, der Zweite Weltkrieg ist fast vorbei: SS-Männer treiben jüdische Zwangsarbeiter in ein Waldstück. Sie müssen niederknien. Erst fallen Schüsse, dann die Körper der Hingerichteten auf den Boden eines Grabens. Jetzt wird gegen einen der Schützen Anklage erhoben.

Wegen der Ermordung von 58 jüdischen Zwangsarbeitern in der Endphase des Zweiten Weltkriegs hat die Dortmunder Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen 90-Jährigen aus Duisburg erhoben. Wie das Landgericht Duisburg mitteilte, soll der Beschuldigte als Angehöriger der 5. SS-Panzer-Division "Wiking" mit weiteren SS-Leuten die Morde im heutigen Österreich verübt haben.

Laut Anklage brachte der Mann am 29. März 1945 mit weiteren Tätern mindestens 57 Zwangsarbeiter in ein Waldstück bei Deutsch-Schützen im Burgenland, wo sie in einem Graben niederknien mussten. Die Opfer wurden dann grausam von hinten erschossen.

"Menschenverachtende Gesinnung"

Außerdem wird dem Beschuldigten der Mord an einem weiteren jüdischen Zwangsarbeiter bei Jabing zur Last gelegt, das ebenfalls im Burgenland liegt. Auf einem Marsch mit mehr als 100 Zwangsarbeitern erschoss der SS-Mann das erschöpfte und nicht mehr gehfähige Opfer demnach heimtückisch von hinten.

Die Anklage geht den Angaben zufolge davon aus, dass sich der Angeschuldigte entsprechend der NS-Ideologie von einer "äußerst feindlichen und menschenverachtenden Gesinnung gegenüber den Opfern" leiten ließ. Die jüdischen Zwangsarbeiter soll er als minderwertig angesehen haben. Das Duisburger Gericht muss nun über die Eröffnung des Hauptverfahrens gegen den Rentner entscheiden.

Quelle: ntv.de, dpa

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