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Einsatz nach Zweite-Reihe-Parken Schaulustiger Mob greift Polizisten an

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(Foto: picture alliance / dpa)

Als die Berliner Beamten ein falsch parkendes Auto kontrollieren, werden sie von den Insassen attackiert. Die Stimmung heizt sich auf. In kürzester Zeit bildet sich eine Menschentraube, die versucht das festgenommene Paar zu befreien.

Polizisten in Berlin sind bei einem vermeintlichen Routineeinsatz auf heftigen Widerstand gestoßen. Bei der Überprüfung eines in zweiter Reihe parkenden Autos im Stadtteil Moabit attackierten die Insassen, ein 35-Jähriger und seine hochschwangere Frau, die Beamten verbal und körperlich, wie ein Polizeisprecher sagte.

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Dann bildete sich am Dienstagabend in kürzester Zeit eine Traube aus 25 bis 30 Schaulustigen, die den Vorfall teils mit ihren Handys filmten. Nach Darstellung der Polizei kam es zu weiteren Beleidigungen und zu Versuchen, das festgenommene Paar zu befreien. Insgesamt waren 35 Polizisten im Einsatz, von denen zwei leicht verletzt wurden.

Die Beamten nahmen fünf Männer zwischen 30 und 45 Jahren vorläufig fest, die sich an den Übergriffen beteiligt haben sollen. Die Hochschwangere kam zur Beobachtung ins Krankenhaus. Sieben Strafermittlungsverfahren wurden eingeleitet - unter anderem wegen Landfriedensbruchs, versuchter Gefangenenbefreiung und Beleidigung. Die Polizisten stellten zudem fünf Handys sicher.

Polizei ist auf Videos gespannt

"Einsätze kritisch beobachten ist eine Sache, aber unsere Arbeit behindern, Polizistinnen und Polizisten attackieren führt zu unnötigen Eskalationen, bindet zusätzliche Einsatzkräfte und verhindert möglicherweise die rechtzeitige Hilfe an anderer Stelle. Wir sind schon voller Erwartung auf die Videoclips, die diesen Einsatz unserer Kolleginnen und Kollegen bestimmt vollständig, objektiv und fair wiedergeben werden", teilt die Polizei mit.

Vergleichbare Vorfälle gibt es immer wieder. Für bundesweites Aufsehen hatte im Sommer 2016 ein Streit gesorgt, in dem aus den Beobachter-Gruppen heraus Sätze wie "Haut ab, das ist unsere Straße" gefallen sein sollen. Polizisten hatten einen 11-jährigen Mehrfachtäter überprüft, der mit dem Gas eines Autos spielte. Innerhalb kürzester Zeit kamen rund 70 Personen zum Tatort und begannen, die Polizisten zu attackieren. Die Beamten forderten daraufhin Verstärkung mit Hunden an.

Quelle: n-tv.de, dsi/dpa

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