Panorama

Wert "im sechsstelligen Bereich" Schmuckräuber überfallen erneut KaDeWe

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Das Kaufhaus des Westens in Berlin wird immer wieder zum Ziel von Räubern.

(Foto: dpa)

Zwei Jahre ist der spektakuläre Raubüberfall auf einen Juwelier im Berliner KaDeWe her - damals stürmten die Täter das geöffnete Kaufhaus. Mehrere Menschen wurden verletzt. Scheinbar haben andere Kriminelle daraus gelernt. Sie gehen jetzt leiser vor.

Gut zwei Jahre nach dem spektakulären Schmuckraub im Berliner Kaufhaus des Westens (KaDeWe) sind erneut Unbekannte dort eingebrochen - wieder an einem Samstag, aber diesmal vor Ladenöffnung. Die Täter seien morgens gegen sieben Uhr in das Erdgeschoss eingedrungen, teilte die Polizei mit. Anschließend zerschlugen sie Vitrinen und stahlen hochwertige Uhren und Schmuck. Mit der Beute flüchteten sie in einem dunklen Auto.

Gegen 7.30 Uhr fand die Polizei in Berlin-Schöneberg ein brennendes Auto, bei dem es sich laut ersten Erkenntnissen um das Fluchtauto handelte. Verletzte gab es bei dem Einbruch nach Angaben einer Sprecherin des Warenhauses nicht. Der Wert der Beute liege im sechsstelligen Bereich, sagte ein Polizeisprecher am Sonntagmorgen. Weitere Angaben zum Stand der Ermittlungen machte der Sprecher nicht.

Medienberichte, nach denen die Täter den gleichen Juwelier bestahlen wie die Schmuckräuber im Dezember 2014, wollten weder die Sprecherin noch die Polizei bestätigen. Das Kaufhaus öffnete mit Verspätung dennoch. Ein Seiteneingang - an der Ansbacher Straße - war am Vormittag abgesperrt, die Rollläden heruntergelassen. Ein Teil des Erdgeschosses war mit Flatterband abgesperrt, Polizisten waren noch mit der Spurensicherung beschäftigt. Die Polizei bat Zeugen, sich zu melden.

Spektakulärer Raub vor zwei Jahren

Das KaDeWe und die Geschäfte entlang des Kurfürstendamms werden immer wieder zum Ziel von Räubern. Am 20. Dezember 2014 - einem Samstagvormittag - waren fünf Räuber während des laufenden Vorweihnachtsgeschäfts ins geöffnete KaDeWe gestürmt. Sie waren maskiert und mit Axt, Hammer sowie Machete bewaffnet, zertrümmerten Vitrinen und erbeuteten binnen 79 Sekunden Uhren und Schmuck im Wert von rund 817.000 Euro. 13 Menschen wurden verletzt, weil die Täter Reizgas versprühten.

Von der Beute ist bis heute nur ein einziges Stück aufgetaucht - ein Collier. Ein 45-Jähriger muss sich seit November 2016 als einer der fünf mutmaßlichen Räuber vor Gericht verantworten. Zwei seiner Söhne waren kurz zuvor wegen Beteiligung an dem KaDeWe-Raub zu Haftstrafen von drei Jahren beziehungsweise zwei Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Ein dritter Sohn wurde im Mai 2016 zu sechs Jahren und acht Monaten Haft verurteilt.

Quelle: ntv.de, jug/dpa