Panorama

"So etwas haben wir noch nie erlebt" Schnee-"Tsunami" überrollt Israel

2013-12-13T090809Z_1495365619_GM1E9CD1B0701_RTRMADP_3_ISRAEL-SNOW.JPG2075346176474245175.jpg

Der Pool des David Citadel Hotels in Jerusalem ist beheizt. Ein Gast genießt das ungewöhnliche Wetter.

(Foto: REUTERS)

Es fängt ganz harmlos an: "Erster Schnee in Jerusalem - Heilige Stadt in Weiß", heißt es vor drei Tagen. Doch es hört nicht mehr auf zu schneien, heftigste Stürme kommen hinzu. Jetzt heißt es "Lebensgefahr" für alle, sogar das Militär wird eingesetzt.

2013-12-13T061646Z_552427611_GM1E9CD13LD01_RTRMADP_3_ISRAEL-SNOW.JPG5816212670890916457.jpg

Sehr ungewöhnliche Szene an der Klagemauer.

(Foto: REUTERS)

Einer der schwersten Winterstürme aller Zeiten mit heftigen Schneefällen in Jerusalem und ande ren Höhenlagen hat Israel lahmgelegt. "Wir haben es mit einem Sturm zu tun, wie wir ihn noch nie erlebt haben", sagte Jerusalems Bürgermeister Nir Barkat und fügte hinzu: "Ein Tsunami". Die Heilige Stadt war von bis zu einem halben Meter Schnee zugedeckt.

Tausende Autofahrer steckten zum Teil bis zu zehn Stunden auf schneebedeckten Autobahnen in den Bergen rund um Jerusalem fest und mussten von Rettungskräften befreit werden, berichtete die Zeitung "Haaretz" in ihrem Liveticker. In weiten Teilen Jerusalems fiel der Strom aus - meist die einzige Heizquelle in den Häusern. Die Polizei rief landesweit alle Menschen auf, vorsichtshalber zu Hause zu bleiben. Das Fahren auf allen Straßen sei "lebensgefährlich".

imago_st_121223400052_60822943.jpg4393153475944196483.jpg

Das Militär hat alle Hände voll zu tun. Außer dem Schnee weilt auch noch US-Außenminister Kerry in der Stadt.

(Foto: imago stock&people)

Viele Schulen auch im palästinensischen Westjordanland und im verarmten Gazastreifen blieben den zweiten Tag in Folge wegen Schnees oder in niedrigeren Lagen wegen Überschwemmungen geschlossen. Im Gazastreifen wurden mindestens 30 Menschen bei dem Zusammensturz ihrer Behelfsbehausungen verletzt. Auch der Terminplan von US-Außenminister John Kerry bei seiner neuen Vermittlungsmission zwischen Israel und den Palästinensern geriet durcheinander.

Die für die Region ungewöhnlichen Schneemassen machten so gut wie alle Straßen Jerusalems unpassierbar. Die Stadtverwaltung, die für solche Wetterverhältnisse nicht vorbereitet ist, war völlig überfordert. Barkat rief das Militär zur Hilfe, das einen Konvoi mit Versorgungsgütern Richtung Jerusalem auf den Weg brachte.

Quelle: ntv.de, ppo/dpa