Panorama

Touristen sichern Strandgut Schuhe auf Norderney angeschwemmt

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Die Menschen auf Norderney haben derzeit einen Schuhfimmel.

(Foto: dpa)

Sie stammen wohl aus einem Hochseecontainer: Auf den Nordseeinseln Norderney und Langeoog finden Menschen unzählige angeschwemmte Schuhe - und sammeln sie ein. "Schuh-Memory" ist nur ein Idee, die daraus entsteht.

Unzählige Schuhe werden derzeit auf den Nordseeinseln Norderney und Langeoog vom Wintersturm an den Strand gespült. "Wahrscheinlich ist bei Sturm ein Container über Bord gegangen", sagte Wolfgang Lübben von der Kurverwaltung Norderney.

Mehrere Dutzend Schuhe seien am Strand der Insel angespült worden, schätzte er - andere Augenzeugen sprechen von Hunderten. Urlauber haben Spaß daran, die angeschwemmten Paare zu sammeln. "Wir haben allein am Montag 20 Schuhe gefunden und am Dienstag 30 weitere", sagte Moritz Maier, der mit seiner Bekannten Christine Krönke nach Norderney gekommen ist.

Die beiden standen am Dienstag extra früh auf, um wieder die von der Flut an den Strand getragenen Turnschuhe einzusammeln. "Wir wissen noch nicht, was wir damit machen", berichtete der 24-jährige Student aus Frankfurt. "Wenn wir genug Paare zusammenhaben, wollen wir sie für einen guten Zweck stiften oder verkaufen." Allerdings ist unklar, ob die Schuhe noch zu gebrauchen sind, nachdem sie einige Zeit im Meer geschwommen sind.

Fundrecht löst Strandrecht ab

Auch auf der Nordseeinsel Langeoog wurden in den vergangenen Tagen Turnschuhe angespült. Dort richteten Urlauber nach Zeitungsberichten eine Tauschbörse ein, um beim Langeooger "Schuh-Memory" jeweils passende Paare zu finden.

Der Besitz von angespülten Gegenständen wurde früher durch das sogenannte Strandrecht geregelt. So konnten Bewohner von Küstengebieten angeschwemmte Gegenstände behalten. Dieses Recht wurde jedoch von der Obrigkeit immer wieder eingeschränkt.

Die daraus entstandene Strandungsordnung wurde in Deutschland 1990 aufgehoben. Seitdem unterliegen Dinge, die vom Meer angeschwemmt werden, dem Fundrecht. Demnach ist Strandgut erst dann herrenlos und kann damit vom Finder behalten werden, wenn der bisherige Eigentümer den Besitz der Sachen aufgibt und damit auf das Eigentum verzichtet.

Quelle: ntv.de, mli/dpa

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