Panorama

Fall Maddie McCann Scotland Yard verfolgt "wichtigen Hinweis"

Bald zehn Jahre wird weltweit nach Maddie McCann gefahndet. Waldstriche wurden durchkämmt, Seen ausgebaggert, Hunderte Personen vernommen. Jetzt geht Scotland Yard einer brisanten Information nach, die eine alte Theorie wieder aufleben lässt.

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Maddie McCann verschwand vierjährig 2007 aus einer Ferienwohnung in Praia da Luz.

(Foto: picture alliance / dpa)

Neue Hoffnung für Gerry und Kate McCann: Bald zehn Jahre nach dem Verschwinden ihrer Tochter Maddie aus einem Ferienapartment an der portugiesischen Algarve geht die britische Polizei einer neuen Spur nach. Wie die britische Tageszeitung "Sun" berichtet, sei bei den Ermittlern von Scotland Yard eine neue "wichtige Information" eingegangen. Demnach könnte das damals drei Jahre alte Mädchen von europäischen Menschenhändlern entführt worden sein.

Die jüngste Entwicklung in dem Fall sei dermaßen brisant, dass die Polizei die zuständigen Regierungsvertreter in London davon in Kenntnis setzte. "Das ist ein wichtiger neuer Ermittlungsansatz, der uns Klarheit bringen könnte, ob Madeleine entführt und verschleppt wurde. Die Hoffnung steigt, dass sie noch lebt", zitierte die "Sun" einen Fahnder.

Nach dem brisanten Hinweis wurde nun sogar der Etat für die Suche nach der heute 13-jährigen Maddie um rund 95.000 Pfund erhöht. Zuletzt hatte die Soko mit drastischen Budget-Kürzungen zu kämpfen. Die Aufstockung des Etats durch das Innenministerium ist für Colin Sutton, Polizist im Ruhestand, ein gutes Zeichen: "Die Erhöhung des Etats bedeutet, dass die aktuelle Spur wohl sehr vielversprechend ist", sagte Sutton der "Sun".

Die Theorie, dass Maddie von Menschenhändlern entführt und an Pädophile oder kinderlose Eltern verkauft worden sei, ist nicht neu. Schon seit Beginn der Untersuchungen hatte es Gerüchte von einem Menschenhändler-Ring gegeben, der für das Verschwinden des Mädchens verantwortlich gemacht wurde.

Späher fotografierten Maddie

Bereits Ende 2007 machten Berichte die Runde, dass Späher am Strand von Praia da Luz mit Ferngläsern nach möglichen Opfern suchten und diese fotografierten. Ein Zeuge gab damals zu Protokoll, dass er vor Maddies Verschwinden eine verdächtige Beobachtung gemacht habe, wonach auch Maddie und ihre Eltern heimlich am Strand fotografiert worden waren.

Im März 2008 leitete Scotland Yard Informationen über einen belgischen Pädophilenring an die portugiesischen Behörden weiter. Die Fahnder hatten einen Hinweis bekommen, dass ein Mittelsmann des Kinderschänderrings nur drei Tage vor dem Verschwinden des Mädchens ein Foto von Maddie in der portugiesischen Ferienanlage gemacht und es an einen "Kunden" in Belgien geschickt habe. Der Hinweis befand sich in den Untersuchungsunterlagen zu dem mysteriösen Fall.

"Der Kunde fand das Mädchen passend, dann wurde Maddie mitgenommen", hieß es in dem Tipp. Die portugiesische Polizei hatte deswegen auch Interpol eingeschaltet, die Sache wurde jedoch mangels Glaubwürdigkeit dann aber zu den Akten gelegt.

Quelle: n-tv.de, dsi

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