Rüttgers steckt in Washington festSelbst Schneepflüge geben auf
Es ist der schneereichste Winter in der Region um Washington seit 100 Jahren. Auch der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Rüttgers wird bei einer Washington-Reise aus dem Verkehr gezogen.
Die US-Ostküste kämpft gegen einen der härtesten Winter seit Jahrzehnten. Nach den Unwettern vom Wochenende fegte am Mittwoch eine zweite Schneefront über die Region hinweg. Besonders getroffen war das Städte-Dreieck Washington-Philadelphia-Baltimore. Selbst Schneepflüge wurden streckenweise nicht mit den Schneemassen fertig und gaben auf. Mehrere Fernstraßen wurden geschlossen.
"Ich lebe seit 40 Jahren hier, so etwas habe ich noch nie erlebt", sagte ein Mann, der sich im Washingtoner Vorort Bethesda auf die Straße wagte. In der Hauptstadt selbst ging erneut nichts mehr. Selbst ums Weiße Haus waren Straßen wie ausgestorben. Bundesbeamte durften den dritten Tag hintereinander zu Hause bleiben, Schulen blieben geschlossen. Teilweise konnte man wegen starken Windes kaum zehn Meter weit sehen. In einer außerhalb der Stadt gelegenen Lagerhalle des weltbekannten Smithsonian-Museums stürzte unter der Schneelast das Dach ein.
Rüttgers bleibt stecken
Ähnlich sah es in Philadelphia aus. "Keine Autos auf den Straßen, keine Busse, keine Taxis, keine Menschen", berichtete ein TV-Wetterkanal. Meteorologen sagten voraus, dass es gebietsweise bis in die Nacht zum Donnerstag durchschneien könnte. Auch die Straßen von Baltimore waren so gut wie menschenleer. Streckenweise wurden bis Mittwochabend (Ortszeit) zu 65 Zentimeter Neuschnee erwartet.
Auch der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) wurde bei seiner Washington-Reise "lahmgelegt". Er musste Termine absagen. Rüttgers konnte seine Visite nicht einmal abbrechen. "Alle Flügen wurden annulliert", sagte sein Sprecher.
Das Zentrum der Schlechtwetterfront soll sich allerdings nach New York verlagern. Dort sah es zwar zunächst noch eher harmlos aus. Doch auch hier blieben die meisten Schulen dicht; auch Universitäten öffneten nicht. Sogar die Vereinten Nationen in New York gaben ihren Mitarbeitern frei und blieben für Touristen und Diplomaten geschlossen. Wer trotz Sturmwarnung zur Arbeit ging, dem sagten die Wetterfrösche Unbill voraus: "Sie werden wohl zur Arbeit hinkommen (...), aber ob Sie wieder zurückkommen, ist fraglich".
US-Meteorologen sprechen von einem der schneereichsten Winter in der Region um Washington seit 100 Jahren. Es könnte sogar sein, dass der Schneefall-Rekord von 1899 gebrochen wird, heißt es. Damals fielen 138 Zentimeter Schnee. Bereits in der "ersten Runde" am Wochenende waren regional 75 Zentimeter Neuschnee niedergegangen, bis Mittwochabend (Ortszeit) dürften fast noch einmal soviel hinzukommen.