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Öl fließt und fließt Shell entdeckt weiteres Leck

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Die Plattform "Gannet Alpha" in der Nordsee.

(Foto: dpa)

Der Ölkonzern Shell muss einräumen, dass es an der beschädigten Ölplattform in der Nordsee offenbar ein zweites Leck gibt. Man arbeite daran, es zu reparieren, allerdings befinde es sich an einer sehr "komplizierten Stelle mit viel marinem Wachstum". Greenpeace wirft Shell bei n-tv eine völlig verfehlte Informationspolitik vor.

Nach einem Shell gibt zu: Leck ist größer in einer Ölplattform vor Schottland hat die Umweltschutzorganisation Greenpeace den Energiekonzern Shell scharf kritisiert. Wenn man über die Unglücksstelle fliege, sehe man, dass nicht alles unter Kontrolle sei, sagte Greenpeace-Energieexperte Jörg Feddern bei n-tv. Er kritisierte, dass Schell nur "scheibchenweise" bekanntgebe, wie viel Öl auslaufe. "Das ist genau der falsche Weg", so Feddern. "Jeder Liter Öl, der ins Meer gelangt, ist ein Liter Öl zu viel."

An der beschädigten Ölplattform des Konzerns Shell in der Nordsee wurde indes ein zweites Leck entdeckt. Man arbeite daran, die undichte Stelle zu finden und zu reparieren, teilte der britisch-niederländische Ölriese mit. "Die Infrastruktur unter Wasser ist sehr komplex und das Leck ist an einer komplizierten Stelle mit viel marinem Wachstum", sagte ein Sprecher. Zur Menge des an dem zweiten Leck auslaufenden Öls gab es keine Angaben. Es sei von einem Hubschrauber aus der Luft entdeckt worden.

Das bereits bekannte Loch sei so gut wie gestopft, hieß es. Die Plattform liegt rund 180 Kilometer vor der schottischen Küste bei Aberdeen.

Nach Einschätzung des Havariekommandos in Cuxhaven ist es unwahrscheinlich, dass der Ölteppich auf der Nordsee auf die deutsche Küste zutreibt. Das aus einer Plattform vor der britischen Küste ausgetretene Öl bedecke etwa einen halben Quadratkilometer, sagte Sprecherin Ulrike Windhövel. Sollte das Öl entgegen der Annahme doch auf die deutsche Küste zutreiben, könnten mehrere Schiffe zur Bekämpfung des Teppichs eingesetzt werden.

Größtes Ölleck der Region seit Jahren

Das britische Ministerium für Energie und Klimawandel schätzt, dass bereits einige hundert Tonnen Öl ausgelaufen seien. Es könnte die schlimmste Ölkatastrophe in der Nordsee seit 2000 sein, als 500 Tonnen Öl ins Meer strömten. Das Leck an der Plattform war am vergangenen Mittwoch entdeckt worden. Shell steht derzeit auch wegen eines UN-Berichts unter Beschuss, demzufolge der Konzern für massive Shell gerät unter Druck verantwortlich ist.

Quelle: n-tv.de, ghö/rts/dpa

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