Panorama

Sonne am Rhein Sibirische Kälte im Osten

Den Osten erwartet Dauerfrost am Tag und sibirische Kälte in der Nacht. In Berlin kann es morgen früh gefühlte minus 17 Grad sein. Ganz anders ist das Wetter im Westen - am Rhein scheint die Sonne. Aber am Wochenende ziehen aus Westen schon wieder Schneeregen- und Schneefallgebiete auf.

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(Foto: dpa)

n-tv.de: Am Wochenende werden wir in Deutschland starke Temperaturunterschiede haben. Woher kommt das?

Björn Alexander: Bereits jetzt verschärfen sich die Temperaturunterschiede über Deutschland. Der Osten und der Nordosten liegen im Bereich östlicher Winde. Damit kommt hier eisige Luft mit Dauerfrost am Tage und sibirisch kalten Nächten heran. Ganz anders ist die Situation in den westlichen und südlichen Landesteilen. Die Luft kommt eher aus westlichen Richtungen und ist entsprechend deutlich milder.

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Fahrrad in einem Berliner Hinterhof.

(Foto: dpa)

Kann es an der Luftmassengrenze Probleme geben?

Nein, aktuell zumindest nicht im Sinne von extremen Wettereignissen, wie wir diese beispielsweise aus den Sommermonaten mit Schwergewittern oder Starkniederschlägen kennen. Diese Luftmassengrenze zeichnet sich eher durch Wolken bzw. Nebel oder Hochnebel aus. Erst am Sonntag, wenn der Tiefausläufer mit feuchterer Luft ins Spiel kommt, könnte es aufgrund der zu erwartenden Niederschläge problematischer werden.

Für Berlin wurde schon die kälteste Nacht des Winters vorhergesagt. Wie kalt wird es wirklich?

Die Hauptstädter sollten sich von solchen Äußerungen nicht schocken lassen. In diesem Winter war's in Berlin schon kälter. Nichtsdestotrotz: Es wird schon eisig. In Berlin und Brandenburg liegen die Werte am Morgen um minus 10 bis minus 13 Grad. Teils auch darunter. Verschärfend wirkt sich aber generell der schneidende Ostwind aus. Wenn der in der Hauptstadt um die Ecken weht, dann macht das nachts gefühlte Werte um minus 17 Grad.

Wieso gibt es diesen Unterschied zwischen realer und gefühlter Temperatur?

Das Maß der gefühlten Temperatur macht den Unterschied zwischen belebten und unbelebten Körpern deutlich. Denn während das Thermometer ja die tatsächliche Temperatur misst oder Wasser bei 0 Grad gefriert, ist das bei uns Menschen ganz anders. Zur Temperatur kommt eben noch der Abtransport der Körperwärme. Das empfindet zwar jeder Mensch anders. Grundsätzlich fühlt sich aber eine gemessene Temperatur durch den Wind immer kälter an.

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Björn Alexander ist der n-tv Wettermann.

Und wie lange müssen wir noch zittern?

Das sehen unsere Wettermodelle derzeitig leider sehr unterschiedlich. Ziemlich sicher ist, dass am Wochenende aus Westen Schneeregen- und Schneefallgebiete aufziehen. In den tieferen Lagen ganz im Westen eher mit Regen. Ansonsten dürfte es Schnee mit Glättegefahr sein. In der neuen Woche könnte es auch im Westen mit den Temperaturen auch im Westen spürbar nach unten gehen. Eine durchgreifende Milderung ist frühestens gegen Ende der kommenden Woche möglich.

Mit Björn Alexander sprach Hubertus Volmer

Quelle: ntv.de