Panorama

"Die Haut vergisst nichts" Sonnenstudio erst ab 18

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren wird der Zutritt zum Solarium künftig verboten. Sie sollen so vor massiven Hautkrebs-Gefahren geschützt werden. Das sieht ein Gesetzentwurf von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) vor, den das Bundeskabinett verabschiedete. Das Vorhaben sei wegen des starken Anstiegs der Neuerkrankungen an Hautkrebs "besonders eilbedürftig", heißt es im Entwurf.

Bei Missachtung der neuen Regel müssen Betreiber von Sonnenstudios mit einer Geldstrafe bis 50.000 Euro rechnen. Zugleich sollen Lücken beim Schutz vor elektromagnetischen Strahlen etwa durch Mobilfunk geschlossen werden.

Das Gesetz ist vom inzwischen in der Koalition gescheiterten umfassenden Umweltgesetzbuch (UGB) übrig geblieben. Das gleiche gilt für die Entwürfe zum Naturschutz- und Wasserschutzrecht. Alle drei Vorlagen sollen noch in diesem Herbst in einem beschleunigten Verfahren vom Bundestag verabschiedet werden.

Die Haut vergisst nichts

Zum Solarienverbot wird im Gesetz auf eine Vielzahl wissenschaftlicher Untersuchungen zu Hautkrebserkrankungen hingewiesen. Besonders für Minderjährige, die regelmäßig ins Sonnenstudio gehen, sei das Risiko wegen der künstlichen UV-Strahlung besonders hoch. Der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), Wolfram König mahnte: "Die Haut vergisst nichts. Gerade Kinder und Jugendliche müssen gesondert geschützt werden. Heute ist ein guter Tag für den Strahlen- und Verbraucherschutz."

140.000 Erkrankungen jährlich

Laut BfS gibt es in Deutschland etwa 5000 Sonnenstudios, anderen Angaben zufolge rund 7000. Von den geschätzten 14 Millionen Benutzern hätten mehr als drei Millionen im Alter von 10 bis 17 Jahren mit dem künstlichen Bräunen begonnen. Pro Jahr erkrankten laut dpa mehr als 140.000 Menschen. "3000 sterben daran", laute eine offizielle Prognose für 2008. Im übrigen erkranke jeder zehnte Deutsche im Laufe des Lebens an einem Hautkrebs. Es handele sich um die weltweit am häufigsten auftretende Krebserkrankung. Die heute 20- bis 30-jährigen hätten ein höheres Melanomrisiko als jede Generation davor.

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema