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Zwölf Tage verletzt unter Tage Spanischer Höhlenforscher gerettet

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Sanchez hatte sich bei seinem Sturz offenbar zwei Lendenwirbel gebrochen.

(Foto: picture alliance / dpa)

In 400 Metern Tiefe stürzt ein Forscher in einer Höhle und verletzt sich dabei schwer am Rücken. Zahlreiche Helfer machen sich auf den Weg zu dem entlegenen Ort in den peruanischen Anden und bringen den Spanier in Sicherheit.

An der peruanischen Intimachay-Höhle ist ein verunglückter Forscher aus Spanien nach zwölf Tagen sicher an die Oberfläche gebracht worden. Cecilio López Sanchez hatte in rund 400 Metern Tiefe einen Unfall. Der 40-Jährige war aus rund fünf Metern Höhe abgestürzt und hatte sich am Rücken verletzt. Ein Arzt hatte bei einer ersten Untersuchung noch am Unglücksort zwei gebrochene Lendenwirbel diagnostiziert, wie der Rettungskoordinator James Apaestegui sagte.

Insgesamt rund 40 Experten aus Peru und Spanien reisten eigens in das unzugängliche Gebiet nahe der Stadt Chachapoyas im Nordwesten des Landes. Sanchez musste auf einer Trage über Stunden rund 1000 einzelne Höhlengänge nach oben transportiert werden. Der über zwei Kilometer lange Weg verengte sich dabei teils extrem. Der bekannte Wissenschaftler aus Madrid, der auf präkolumbianische Kulturen spezialisiert ist, begleitete eine Expedition, die nach Spuren aus der Chachapoyas-Kultur des 9. Jahrhunderts suchte.

Außer mit dem verzweigten Aufbau der abgelegenen Höhle hatten die Retter auch mit heftigem Wind und Regenfällen an der Oberfläche zu kämpfen. Dort angelangt wurde Sanchez per Hubschrauber in ein Krankenhaus in Perus rund 600 Kilometer entfernte Hauptstadt Lima gebracht. Sein Zustand sei stabil, sagte Polizeichef Jorge Luis Calderón.

Der Fall erinnert an das Unglück des deutschen Höhlenforschers Johann Westhauser. Der 52-Jährige aus Baden-Württemberg war in 1000 Metern Tiefe in der bayerischen Riesending-Höhle verunglückt und konnte nur unter großer Anstrengung in einer über 274 Stunden laufenden Bergungsaktion aus dem Schacht gerettet werden. Der Eingang zur Höhle in den Alpen soll nun durch ein Stahlgitter verschlossen werden.

Quelle: n-tv.de, bwe/AFP/dpa

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