Panorama

15-Jähriger verschreckt Gemeinde Sprengstoffbastler fliegt auf

Ein 15 Jahre alter Sprengstoffbastler hat in Klein Nordende in Schleswig-Holstein Anwohner, Feuerwehr und Landeskriminalamt (LKA) in Atem gehalten. Nachdem bei dem Schüler selbsthergestellte, hochexplosive Stoffe gefunden worden waren, mussten mehrere Häuser und eine Grundschule evakuiert werden. Die Substanzen waren so gefährlich, dass sie nicht abtransportiert werden konnten.

"Sie wurden vom Munitionsräumkommando auf dem benachbarten Feld eines Bauern gesprengt", sagte LKA-Sprecher Kai Schlotfeldt. "Ein politischer und terroristischer Hintergrund ist auszuschließen." Der Junge gehört demnach der sogenannten Bastlerszene an. Er hatte den Sprengstoff im Haus sowie auf dem Grundstück gelagert.

Rund 100 Menschen mussten kurzzeitig benachbarte Häuser und Gebäude verlassen, das Gebiet wurde weiträumig abgesperrt. Die Betroffenen wurden zum größten Teil in einem Gasthaus untergebracht. Auf die Spur des 15-Jährigen kamen die Sprengstoffexperten des LKA durch eigene Ermittlungen. Gegen ihn wurde ein Verfahren wegen Verdachts auf Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz eingeleitet. Er wurde von der Polizei verhört aber nicht festgenommen.

Schüler, die Sprengstoff herstellen und damit hantieren, sind in jüngster Zeit verstärkt in den Fokus der Ermittler in Schleswig-Holstein geraten. Im Sommer 2005 hatte die Polizei in Kiel einen Studenten entdeckt, der Chemikalien im großen Stil vertrieben hatte. In seiner Kundenkartei standen hunderte Namen. Die meisten der Käufer waren Jugendliche. Daraufhin wurden bundesweit 500 Verfahren gegen diese Bastler eingeleitet, die mit den Chemikalien vielfach gefährliche Sprengstoffe herstellen wollten.

Quelle: ntv.de

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