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Sonntag, 10. Juli 2016

Erstmals im 21. Jahrhundert: Stier tötet spanischen Torero in Arena

Für den 29-jährige Víctor Barrio kommt jede Hilfe zu spät: Ein Stier durchbohrt während eines Kampfes im spanischen Teruel die Brust des Toreros. Sein tragischer Tod dürfte Tierschützern neue Argumente für ein Verbot des blutigen Brauches liefern.

In Spanien ist erstmals in diesem Jahrhundert ein Torero in der Arena von einem Stier getötet worden. Der 29-jährige Víctor Barrio wurde am Samstag in Teruel im Osten des Landes vom Horn eines mehr als 500 Kilogramm schweren Stiers im Brustbereich aufgespießt und dann zu Boden geworfen. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Efe berichtete, durchstach der Kampfstier dabei das Herz des Toreros.

Versuche von Kollegen, das Tier abzulenken und wegzulocken, kamen zu spät. Der Stierkämpfer sei praktisch schon tot gewesen, als er in die Krankenstation der Arena gebracht wurde, wie es hieß. Wiederbelebungsversuche blieben ohne Erfolg. Barrio galt als großes Talent. Sein Stierkampf-Debüt gab er 2008, seitdem trat er in allen Arenen des Landes auf.

Zuletzt waren in den Jahren 1984 und 1985 zwei Toreros in spanischen Arenen von Kampfstieren getötet worden. Im Jahr 1992 kamen zwei Banderilleros, die Gehilfen von Toreros, bei Stierkämpfen in Spanien zu Tode.

Jedes Jahr sterben 40.000 Stiere

Immer wieder protestieren Tierschützer - nicht nur in Spanien - gegen die Tradition des Stierkampfes. Zu den prominentesten Gegnern des blutigen Brauchs in Frankreich gehört etwa die Schauspielerin Brigitte Bardot. Im südfranzösischen Alès sind die Kämpfe Teil der traditionellen Festwoche um Himmelfahrt.

Zumindest in Spanien konnten Tierschützer 2012 einen Erfolg feiern: Nach einem entsprechenden Beschluss des Parlaments in Katalonien ist der Stierkampf in der Region seither verboten. Katalonien war die erste Region auf dem spanischen Festland, die Stierkämpfe untersagt hat. In Spanien werden jedes Jahr bis zu 40.000 Stiere bei Kämpfen getötet - doch die Tradition ist lukrativ. Die Branche setzt rund 1,5 Milliarden Euro um.

Quelle: n-tv.de