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Sotheby's erwartet Rekorderlös Stradivaris "Macdonald" wird versteigert

Sotheby's ist bekannt für seine Mega-Auktionen. Die Versteigerung einer uralten Stradivari soll einen neuen Rekord aufstellen. Rund 45 Millionen Dollar erwartet das Auktionshaus für die Bratsche. Experten sind zurückhaltender mit ihrer Beurteilung.

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Die Stradivari-Bratsche "Macdonald" könnte Sotheby's einen Rekordgebot einbringen.

(Foto: dpa)

Sotheby's hofft auf die Kunstsensation des Jahres: Für 45 Millionen Dollar, umgerechnet knapp 33 Millionen Euro, soll in New York eine fast 300 Jahre alte Bratsche versteigert werden. Das wäre das Dreifache des bisherigen Auktionsrekords für ein Musikinstrument. Kunstexperten sind jedoch skeptisch und meinen, dass das Auktionshaus etwas zu optimistisch für die Stradivari ist.

Das Instrument ist aus dem Jahr 1719 und unter dem Namen "Macdonald" bekannt. Sie ist im hervorragenden Zustand, Sotheby's spricht gar von der "besten Bratsche, die heute noch existiert". Antonio Stradivari, der 1737 gestorbene Meister aus Cremona, hatte zwar etwa 600 Geigen und 50 Celli gebaut, dem Auktionshaus zufolge gibt es aber nur noch zehn Bratschen aus seiner Hand. Und in seiner "goldenen Periode" von 1700 bis 1720 habe er ganze zwei gefertigt - die "Macdonald" sei mit Abstand die beste der zehn.

Experten bleiben skeptisch

Immer wieder wurden Instrumente für Millionensummen verkauft, zumeist bewegten sie sich aber im niedrigen einstelligen Bereich. Eine Ausnahme war die "Lady Blunt". Die Geige, auch eine Stradivari, war 2011 für 15,9 Millionen Dollar versteigert worden. Ein Jahr später soll die "Vieuxtemps Guarneri", eine 1741 von Giuseppe Guarneri gebaute Geige, in einem privaten Handel für 16 Millionen Dollar verkauft worden sein. Das ist jedoch unbestätigt.

Die Bratsche ist nach ihrem früheren Besitzer Lord Macdonald benannt. Vor genau 50 Jahren war sie schon einmal verkauft worden, damals für 81.000 Dollar. Zuletzt hatte sie dem in Wien geborenen Musiker Peter Schidlof gehört, der vor den Nazis nach England geflohen war und dort das Amadeus-Quartett gegründet hatte. Er starb 1987, seitdem war das Instrument im Besitz seiner Familie. Als Auktionstermin wurde nur "dieses Frühjahr" angegeben.

Die "New York Times" zeigte sich etwas skeptisch, ob tatsächlich ein so hoher Preis erzielt werden könnte. Das Blatt machte aber noch eine andere Rechnung auf: Die New York City Opera und die Oper von San Diego hätten mit dem Preis dieses einzigen Instruments, wenn er denn erzielt wird, gerettet werden können.

Quelle: ntv.de, fst/dpa