Panorama

Nach Ölpest vor der Bretagne Strafe gegen Total bestätigt

Die Ölkatastrophe war verheerend: Hunderte Kilometer Küste wurden beim Untergang der "Erika" verschmutzt, 150.000 Seevögel verendeten. Nun bestätigt ein Berufungsgericht das Urteil gegen den Mineralölkonzern Total und erhöht die Schadensersatzsumme.

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Joseph Valantin, der Vorsitzende Richter des Berufungsgerichts.

(Foto: Reuters)

Gut zehn Jahre nach der Ölkatastrophe durch den Untergang des Tankschiffs "Erika" vor der Bretagne hat die französische Justiz das Urteil gegen den Mineralölkonzern Total bestätigt. Das Unternehmen habe bei der Anmietung des altersschwachen Schiffes fahrlässig gehandelt, befand das Pariser Berufungsgericht. Es bestätigte die Geldstrafen von insgesamt 900.000 Euro gegen Total und drei weitere Angeklagte.

Die Richter bestätigten auch den erstinstanzlichen Schuldspruch wegen "Umweltverschmutzung", was seinerzeit eine Premiere in Frankreich war. Es erhöhte dabei den in erster Instanz festgelegten Schadensersatz von gut 192 Millionen Euro auf über 200 Millionen Euro.

Bei Sturm gesunken

Die 25 Jahre alte "Erika" war im Dezember 1999 bei einem Sturm vor der nordwestfranzösischen Küste auseinandergebrochen und gesunken. Aus dem Wrack flossen 20.000 Tonnen Öl ins Meer. Dadurch wurden hunderte Kilometer Küste verschmutzt, rund 150.000 Seevögel verendeten.

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Ein Helfer versucht in Quiberon, den verschmutzten Strand zu säubern. (Archivbild von Dezember 1999)

Das Berufungsgericht erkannte den Anspruch mehrerer Nebenkläger auf Schadensersatz an, der im ersten Verfahren abgewiesen worden war. Im jetztigen Urteil sprach es auch Umweltschutzorganisationen sowie weiteren Regionen und Gemeinden Entschädigungen zu. Die Verurteilten müssen den 80 Nebenklägern zudem 3,2 Millionen Euro Prozesskosten erstatten. Total und das Schiffsregister Rina wurden wie im ersten Verfahren mit einer Geldstrafe von jeweils 375.000 Euro belegt. Der italienische Reeder Giuseppe Savarese sowie "Erika"-Eigner Antonio Pollara müssen je 75.000 Euro Geldbuße zahlen.

Quelle: n-tv.de, AFP