Panorama

EU droht Polen Verfahren an Streit um Europas Urwald wird heftiger

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In Bialowieza ist der Wald noch unberührt - bis jetzt.

(Foto: AP)

Im letzten Urwald Europas gibt es eine Reihe Tier- und Pflanzenarten, die nur dort wachsen. Auch darum steht der Nationalpark unter Schutz. Doch Polen verfolgt Pläne, dort knapp 200.000 Kubikmeter Holz zu schlagen. Das erzeugt Unmut bei Naturschützern und der EU.

Im Streit zwischen Polen und der EU-Kommission um die Abholzung im Naturschutzgebiet Bialowieza hat der polnische Umweltminister den Ton verschärft. Polen habe "keine Angst, den Streit vor dem Europäischen Gerichtshof auszutragen", sagte Umweltminister Jan Szyszko laut der polnischen Nachrichtenagentur PAP. Polen verteidige das Umweltrecht im Rahmen des Netzes Natura 2000, sagte Szyszko.

Natura 2000 ist ein Netz von Schutzgebieten innerhalb der EU, zu dem auch der Wald Bialowieza im Osten Polens zählt. Der Wald von Bialowieza erstreckt sich über 150.000 Hektar entlang der Grenze zwischen Polen und Weißrussland. Ein Teil der Wälder zählt zum Weltnaturerbe und Biosphärenreservat der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur (Unesco). Menschliche Eingriffe sind dort nur sehr eingeschränkt erlaubt, Besucher dürfen sich nur auf bestimmten Routen bewegen.

EU-Kommission spricht letzte Mahnung aus

Die EU-Kommission hatte zuvor eine "letzte Mahnung" an Warschau ausgesprochen und mit einem Verfahren vor dem Europäische Gerichtshof gedroht, wenn das Land die Abholzung in dem Naturschutzgebiet nicht einstellt. Die Kommission kritisierte eine im März beschlossene Verdreifachung des Holzschlags in dem geschützten Gebiet, das als letzter Urwald Europas bekannt ist. Polen hatte die Abholzung zuvor unter anderem mit der Bekämpfung eines Borkenkäfers gerechtfertigt.

Szyszko sagte, er halte es für "unumgänglich, diesen Streit vor dem Europäischen Gerichtshof zu beenden", sollten die Informationen aus Polen nicht dazu beitragen, "die EU-Kommission zu überzeugen". Bei den von Polen getroffenen Maßnahmen im Wald von Bialowieza handele es sich um "aktiven Schutz".

Quelle: ntv.de, jaz/AFP